Geliebter Vater, der Ausgang der Geschichte um die Söhne Jakobs zeigt, wie Du das Böse, was Menschen denken und tun, in Deinen Plan der Liebe hineinnimmst. Das, lieber Vater, zeigt Deine Allmacht und nährt auch unsere Hoffnung, wenn wir das Unrecht auf der Erde sehen. Wer könnte es sonst tun? Nur Du!
So können wir leben und mitten in der Entfaltung der Bosheit um uns herum an Dir festhalten. Deswegen brauchen wir nicht etwa das Böse nicht böse zu nennen, aber wir entziehen der Kraft der Bosheit ihre Allmachtsansprüche und geben nicht auf! Nicht das Böse oder der Böse wird triumphieren, sondern die Macht Deiner Liebe. Das ist gewiß!
Daran gilt es auch in apokalyptischen Zeiten zu denken, denn Du hörst niemals auf, Dich um die Deinen zu kümmern und die Menschen zur Umkehr zu rufen.
Wer hätte ahnen können, was mit Joseph geschehen würde, als er in der Zisterne dort in der Steppe lag? Konnte man ahnen, daß er der zweite Mann in Ägypten werden und so später seine Familie retten würde – gerade diejenigen, welche ihn zu Tode bringen wollten?
Nein, weder dies noch andere Dinge, die Du tust, wissen wir aus uns heraus. Manche Taten machst Du zuvor bekannt, aber Du mußt uns zusätzlich die Augen öffnen, damit wir sie auch sehen. All diese wunderbaren Begebenheiten Deines Handelns sind auch deshalb niedergeschrieben, damit sie uns im Glauben festigen.
Und das, lieber Vater, brauchen wir! Einen starken Glauben, der es unter keinen Umständen erlaubt, daß wir verzagen und von der Macht der Dunkelheit eingeschüchtert werden.
Die Josephsgeschichte zeigt es uns, und noch mehr der Weg Deines Sohnes. In der äußersten Finsternis, als alles zu Ende zu sein schien, leuchtete auf Golgotha Dein Sieg der Liebe über die Finsternis des Hasses auf!
Bald werden wir rufen können: Tod, wo ist Dein Stachel, Hölle, wo ist Dein Sieg? (vgl. Hos 13,14b und 1 Kor 15,55).
