HALTE DICH NICHT SELBST FÜR WEISE

“Halte dich nicht selbst für weise, fürchte den Herrn und fliehe das Böse!” (Spr 3,7)

Wie töricht ist es, sich auf seine Gaben etwas einzubilden und sich so über andere Menschen zu erheben! Was haben wir nicht von unserem Vater empfangen? Selbst wenn wir durch Fleiß und Studium mit unseren Kräften mitgewirkt haben, ist uns doch alles von Gott gegeben.

Das ist eine einfache Erkenntnis, und doch ist sie entscheidend für die Grundhaltung unseres Lebens. Wenn wir alles Gott verdanken und dies entsprechend zum Ausdruck bringen, dann zieht göttliche Weisheit in unsere Seele ein. Die Ehre und das Lob Gottes stehen für uns an erster Stelle. Wir werden uns daher hüten, uns selbst in den Vordergrund zu stellen und uns in Eitelkeit selbst zu betrachten.

Weiterlesen

WEISHEIT GEWINNEN

“Wer auf mich hört, wohnt in Sicherheit, ihn stört kein Schrecken.” (Spr 1,33)

Unser Vater macht es dem Menschen einfach, Weisheit zu gewinnen und in der Sicherheit zu leben, nach der er sich sehnt. So war es schon immer – auch zu Zeiten des noch unbeschwerten Lebens im Paradies. Solange der Mensch vor dem Sündenfall auf Gott hörte, lebte er in vollkommener Einheit mit seinem liebenden himmlischen Vater. Dann aber kam das Unheil. Es kam durch den Ungehorsam und durch das Hören auf verlockende teuflische Stimmen.

Seitdem leben wir Menschen nicht mehr im Paradies und haben unter den Folgen des Verlusts des Paradieses zu leiden. Doch unser Vater hat uns dem Unheil nicht überlassen. Er kam selbst in seinem Sohn zu uns, um uns von den Ketten der Schuld zu lösen.

Weiterlesen

Fest Mariä Geburt: “Erwählt von Gott”

Mt 1,18-23

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Weiterlesen

DENKE, DASS GOTT IMMER BEI DIR IST

“Denke nicht so viel darüber nach, wer für oder gegen dich ist, verwende lieber all deine Sorge darauf, daß Gott bei allem mit dir ist!” (Thomas a Kempis)

Immer wieder hören wir von den geistlichen Lehrern, daß wir uns nicht zu sehr mit anderen Menschen beschäftigen sollen. Das gilt insbesondere für das Nachdenken über andere Menschen und ihre Beziehung zu uns. Wir geraten sonst sehr leicht in Vermutungen aller Art und sind auch nicht davor gefeit, Spekulationen oder gar Gerüchten unser Ohr zu leihen. Auf diese Weise dringen sie in uns ein.

Thomas a Kempis drückt es in einem anderen Wort ähnlich aus:

“Wir würden viel Frieden haben, wenn wir uns nicht so viel mit dem, was andere reden und tun, beschäftigen würden, was uns doch gar nichts angeht.”

Weiterlesen

Die Heilung eines Mannes am Sabbat

Lk 6, 6-11

An einem Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wußte, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

Weiterlesen

Leben im Geiste

Heute betrachten wir die Lesung des 15. Sonntags nach Pfingsten gemäß der Leseordnung des Alten Ritus.

Gal 5,25–26.6,1–10

Wenn wir im Geiste leben, lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht lüstern sein nach eitler Ehre, sodaß wir einander herausfordern, einander beneiden! Brüder! wenn einmal ein Mensch von irgend einer Sünde übereilt worden ist, so sollt ihr, die ihr geistig gesinnt seid, einen solchen im Geiste der Sanftmut zurechtweisen; auch habe acht auf dich selbst, damit nicht auch du versucht werdest. Traget einer des andern Last, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Denn wenn Jemand etwas zu sein glaubt, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. Ein jeder aber prüfe sein eigenes Tun, und so wird er nur in sich selbst Ruhm haben, und nicht in dem andern; denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. Wer aber unterwiesen wird im Worte, teile dem, der ihn unterweist, von allem Guten mit. Täuschet euch nicht! Gott läßt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch säet, wird von dem Fleische auch Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten. Lasset uns also Gutes tun und nicht ermüden; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen.  Darum, so lange wir Zeit haben, lasset uns Gutes tun an allen, besonders aber an den Glaubensgenossen.

Weiterlesen

GEBETE DER SEHNSUCHT

“Herr, mein Gott, Dir soll mein Herz gehören, Dir allein. Du bist mein Friede und mein Leben, Du mein Heil. Nur Dich will ich noch suchen, von Dir allein ergriffen und Dir unwiderruflich zu eigen sein.” (Heiliger Petrus Claver)

Dies ist das Hingabegebet des großen Heiligen, der in unerschütterlicher Treue sowohl den Seelen als auch den unvorstellbaren leiblichen Leiden afrikanischer Sklaven gedient hat.[1] Erfüllt von tiefer Frömmigkeit, konnte er seinen heroischen Dienst bis zum Ende seines fruchtbaren Lebens ausführen.

Durch dieses Gebet können wir ein wenig verstehen, wie sehr sein Herz auf unseren Vater ausgerichtet war. Wenn unser Herz Gott gehört, dann verlangen wir nichts anderes mehr, als den Willen Gottes zu tun – und ihn ganz zu tun. Unser Vater hat das Herz des Heiligen Petrus Claver an sich gezogen und ihn ganz mit sich erfüllt, so wie er es erbeten hat. Er gab Gott sozusagen freie und liebende Verfügung über sein Leben, denn Er war sein Friede und sein Heil. Ihn hat er gesucht und sich von Ihm ergreifen lassen.

Weiterlesen