Tag 7 – Der wahre Friede    

Geliebter Heiliger Geist, eine Deiner wunderbaren Gaben ist der Friede.

Es ist ein Friede, den die Welt nicht geben (vgl. Joh 14,27), aber auch nicht nehmen kann.

Das weist noch auf einen anderen Frieden hin als den, den wir gewöhnlich kennen – nämlich auf einen Frieden, der bleibt.

Wie sehr spricht die Welt vom Frieden – aber er will nicht so recht gelingen.

Immer ist irgendwo Krieg, und der erreichte Friede ist oft brüchig.

Aber: Wo soll denn der Friede auch herkommen?

Bei allem guten Willen erreicht man nicht jene Dimension des Friedens, von der Jesus spricht.

Friede ist nicht nur die Abwesenheit des konkreten Krieges, so wichtig diese auch ist. Friede ist mehr: Es ist die Übereinstimmung des Lebens mit der Wahrheit des Seins und bekommt von dort seine schöpferische Kraft.

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GOTTES BEDÜRFNIS, UNS ZU LIEBEN

“Meine Liebe als Vater und Schöpfer läßt mich dieses Bedürfnis spüren, den Menschen zu lieben.” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio)

Wenn wir uns fragen, was denn genauer der Beweggrund Gottes ist, daß er uns Menschen so sehr liebt, bekommen wir mit diesem Satz aus dem Vaterbüchlein eine erste wunderbare Antwort. Da Gottes in seiner Vollkommenheit nicht auf unsere Liebe angewiesen ist, entspringt diese Liebe allein seinem Vater- und Schöpfersein. Sie ist unserem Vater, wie er es selbst sagt, ein Bedürfnis. Wenn Gott uns also anschaut, dann will er uns immer lieben, sich uns mitteilen, uns verstehen lassen, daß er uns zugeneigt ist.

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Tag 6 – Die Freundlichkeit    

Heiliger Geist, man sagt von Dir, daß Du ein freundlicher und menschenliebender Geist bist, und daß eine der Früchte, welche Du in der menschlichen Seele wachsen läßt, die Freundlichkeit ist.

Die Freundlichkeit ist eine angenehme Haltung des Menschen, durch die man leicht die anderen gewinnt und ihnen das Gefühl gibt, geliebt und anerkannt zu sein. Und wenn diese Freundlichkeit ohne Falsch ist – was sie ohne Zweifel ist, wenn sie als eine Frucht Deines Wirkens in der Seele ausreift – dann ist sie eine Sonne im Leben des Menschen. Sie spiegelt jene Haltung wider, mit der uns Gott begegnet, denn Gott will nicht nur, daß wir ihn als unseren Vater erkennen, sondern er möchte auch unser vertrauter Freund sein.

Jesus bezeichnet seine Jünger als seine Freunde (vgl. Joh 15,15), und so behandelt er sie auch. Sein Herz ist ihnen zugewandt, er bejaht sie – was ihn jedoch nicht daran hindert, ihnen auch ihre Fehlhaltungen zu verdeutlichen, um sie tiefer mit der Liebe Gottes zu verbinden.

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Tag 5 – Die Freude    

Geliebter Heiliger Geist, eine der wunderbarsten Gaben, die Du als Frucht in uns wachsen lassen kannst, ist die Freude. Jene Freude, die – der Liebe gleich – alles leichter macht und die Erdenschwere, die so oft auf uns lastet, überwindet; eine Freude, die geistlich ansteckend ist und, wenn der andere Mensch nicht verschlossen ist, ihm einen Lichtstrahl und etwas Trost schenken kann!

Dein Freund, der Heilige Paulus, sagt uns sogar:

“Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!” (Phil 4,4).

Die Freude ist also nicht nur eine Reaktion auf den Empfang angenehmer irdischer Güter oder besonders schöner Lebensumstände, die unser Herz erhellen, sondern Paulus spricht von der Freude als einem immerwährenden Zustand, von einer Grundstimmung des Herzens, die auch dann andauert, wenn die Umstände schwierig werden und unsere Seele eigentlich betrübt sein müßte.

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IMMER WIEDER BARMHERZIGKEIT

“Alles, was zu meiner Verherrlichung getan wird: Gebete, Fasten, Wachen und andere Werke geistiger Zucht, sehe ich mit gütigen Augen an. Aber dennoch – auch wenn es Kleingläubigen nicht so scheint – bin ich mit größerer Zuneigung bei meinen Auserwählten, die in ihrer menschlichen Schwäche und Gebrechlichkeit vertrauensvoll zu meiner Barmherzigkeit Zuflucht suchen.” (Worte des Herrn zur heiligen Gertrud von Helfta)

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IN DEN SCHWACHEN STUNDEN VERTRAUEN

“Bleibe mir einfach treu, und in den schwachen Stunden verliere nicht die Zuversicht. Auch diese nehme ich in den Dienst.”  (Inneres Wort)

Es fällt uns vielleicht nicht so leicht, dieses Wort zu verstehen. Wie gerne wären wir stark und würden alle Herausforderungen des Lebens meistern. Bei Menschen, in denen die Kampfeslust stärker ausgeprägt ist, mag dies besonders der Fall sein. Doch dann tauchen unsere Schwächen auf, die uns nachhaltig an die Begrenztheit unserer Geschöpflichkeit erinnern. Wir bleiben hinter dem zurück, was wir uns vorgenommen haben, und sind von uns selbst enttäuscht.

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Tag 4 – Die Selbstbeherrschung      

Heiliger Geist, am Anfang schwebtest Du über den Wassern (vgl. Gen 1,2) und brachtest Ordnung in das Chaos. Du willst auch Ordnung in das Chaos bringen, das durch die Sünde verursacht wurde, Ordnung in unser inneres und äußeres Leben. So viel ist durch die Erbsünde und die Sünden, die ihr folgten, durcheinandergekommen, daß selbst Dein Freund Paulus stöhnte, daß in seinem Geist ein anderes Gesetz wohnt als in seinem Leib und – schlimmer noch – daß er dem Gesetz des Fleisches folgt (vgl. Röm 7,23)! Mit ihm stöhnen wir: “Wer erlöst mich aus diesem Leib? (Röm 7,24)

Doch soll es nicht so bleiben!

Wir müssen wieder die Herrschaft über uns selbst zurückgewinnen und dürfen nicht Sklaven unserer Leidenschaften und Gefühle sein! Es war doch so wunderbar von unserem himmlischen Vater geordnet: Der Geist erleuchtete unseren Menschengeist, dieser setzte den Willen in Kraft und die natürlichen Antriebe standen im Dienst.

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