NICHT DIE LIEBE GOTTES VERSCHMÄHEN

“Kehrt um, bevor es zu spät ist! Verschmäht meine Liebe nicht! Sie hält meinen Zorn zurück.” (Inneres Wort)

Wenn wir auch in der Betrachtung der Liebe unseres Vaters seine Barmherzigkeit so sehr zu erkennen vermögen, daß wir uns kaum vorstellen können, daß Menschen sich nicht mit dem Netz der Liebe fangen lassen, das der Sohn Gottes auf der Erde ausgeworfen hat, so darf dies im Umgang mit Gott doch nicht zu einem ungesunden Leichtsinn führen.

Immer erklingt der Ruf zur Umkehr: sei es von einem sündigen Leben zur Heimkehr zu Gott, wie beim verlorenen Sohn (Lk 15,11–32), sei es zur vertieften Umkehr auf dem Weg der Heiligkeit. “Die Liebe hört niemals auf” (1 Kor 13,8), wie es uns der Apostel Paulus so trefflich vor Augen stellt. Und was ist der Ruf zur Umkehr anderes, als sich der Liebe Gottes zuzuwenden, die Wege des Unheils oder auch der Lauheit zu verlassen und in der Liebe zu wachsen?

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KEIN ZÖGERN!

“Komm, mein Sohn, komm! Geh, mein Sohn, geh, aber zögere nicht!” (Inneres Wort)

Immer sind wir gerufen, zu Gott zu kommen und mit dem Herzen nach unserem Vater Ausschau zu halten. Auch wenn Gott schon in unseren Herzen Wohnung genommen hat, will die Vereinigung mit dem Herrn doch jeden Tag durch die Pflege der Liebe vertieft werden. Hinzu kommt, daß noch ein letztes Kennenlernen von Gottes Liebe und Herrlichkeit vor uns liegt, wie es uns der Apostel Paulus bezeugt:

“Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.” (1 Kor 13,12)

Im Vaterbüchlein wird es so ausgedrückt:

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Wahre Einheit unter den Menschen

Lk 8,19-21

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm, konnten aber wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. Da wurde ihm berichtet: Deine Mutter und Deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. Er aber antwortete: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln!

Mit diesen Worten öffnet uns der Herr den Blick für die höchste Dimension der Verwandtschaft unter den Menschen, nämlich die Verwandtschaft all derer, die als Kinder Gottes leben. Sie übersteigt jede natürliche Verwandtschaft, die Blutsverwandtschaft, da die Kinder Gottes gemeinsam auf ihn, den Herrn, ausgerichtet sind. Mit niemandem können wir eine so selbstverständliche Beziehung pflegen wie mit denen, die ernsthaft nach dem Willen Gottes Ausschau halten und ihn täglich zu erfüllen versuchen.

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AUF GOTT SCHAUEN

“Schau nicht so sehr auf deine Schwächen und Begrenzungen, sondern auf mich, der dich gerufen hat und an dir festhält, komme, was da wolle.” (Inneres Wort)

Auf unserem Weg der Nachfolge ist dieses Wort eine wichtige Orientierung. Manchmal kann es geschehen, daß uns der Mut sinkt, wenn wir unsere Schwächen und Begrenzungen wahrnehmen. Die eigene Unfähigkeit zu ertragen, ist in der Tat nicht so einfach. Wir können dann nur schwer aus der eigenen Kraft schöpfen und wirken vielleicht sogar wie gelähmt.

Doch hier gilt es, den Blick auf unseren Vater zu richten und uns immer wieder klar zu werden, daß Gott uns gerufen hat und von seiner Seite aus alles getan wird, um uns sicher auf den Weg in die Ewigkeit zu führen. Das ist es, was uns durchträgt, wenn wir an uns selbst arges Ungenügen finden. Dies hilft uns zugleich, den Schwerpunkt unseres Lebens zu verlagern. Denn ob wir nun zu selbstsicher oder zu unsicher sind: Beides bindet uns an die eigene Person.

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Fest des Heiligen Apostels Matthäus: “Die Tugend der Geduld”  

Eph 4,1-7.11-13

Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. Aber jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat. Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

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ALS SÖHNE UND TÖCHTER DES VATERS LEBEN

“[…] Ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Herrscher über die ganze Schöpfung.” (2 Kor 6,18)

Im Vaterbüchlein von Madre Eugenia werden diese heiligen Worte des Neuen Testaments vergegenwärtigt: “Ich habe euch mit dem wahren Geist des neuen Gesetzes ausgestattet.” Damit ist der neue Bund gemeint, den der Herr durch das Kommen seines Sohnes mit den Seinen geschlossen hat. “Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.” (Joh 1,17)

So sind nach den Worten des Vaters alle Menschen zu jener Würde erhoben, die Kindern Gottes gebührt.

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Die Demut, eine schöne Blume im Garten des Herrn

Wir nehmen heute die Lesung des XVII. Sonntags nach Pfingsten gemäß der Leseordnung des Alten Ritus.

Eph 4,1-6

Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

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