INS INNERE ZURÜCKKEHREN

“Daß uns Dinge begegnen, die uns lästig und durchaus zuwider sind, das ist für uns sehr gut. Denn sie treiben den Menschen, der aus seinem Inneren geflohen ist, wieder in sein Herz zurück.” (Thomas von Kempen, Nachfolge Christi)

Der geistliche Lehrer Thomas von Kempen nennt einen wichtigen Grund, warum auch solche Dinge, die uns nur im Weg zu stehen scheinen, von unserem Vater in den Dienst genommen werden können. Gott hat immer das Heil unserer Seele im Blick, und all seine Führungen und seine Zulassungen helfen uns. Die größte Liebe, die uns der Herr erweist, ist die Rettung und Stärkung unserer Seele. Um sie geht es, wie auch die Kirche über sich selbst richtig sagt, daß ihre wichtigste Aufgabe die Rettung der Seelen ist.

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Prüfungen

Hiob 1,6-15.18-22

Es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan. Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her. Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse. Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, daß Hiob Gott fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land. Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.

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DER SCHLÜSSEL FÜR DEN GEISTLICHEN WIDERSTAND

“Die innerste Verbindung mit mir ist nötig, und sie ist der Schlüssel für den geistlichen Widerstand.” (Inneres Wort)

Nie dürfen wir vergessen, daß wir dem Bösen nicht einfach ausgeliefert sind, sondern zum Widerstand aufgerufen sind. Dies ist auch eine Weise, wie wir unserem himmlischen Vater unsere Treue zeigen können. Solange in der Nachfolge Christi alles ohne große Komplikationen geschieht, ist es einfach, dem Herrn zu folgen. Aber auch dann, wenn es einfach erscheint, ist immer darauf zu achten, daß wir uns nicht zu sicher fühlen. Das gebietet uns die geistliche Klugheit.

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Jesus vergibt die Sünden 

Mt 9,1-8

In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt. Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott. Jesus wußte, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause. Und der Mann stand auf und ging heim. Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.

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MIT GEDULD ERTRAGEN

“Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, das muß er mit Geduld ertragen, bis Gott es anders macht.” (Thomas von Kempen)

Die Mühe, sich zu bessern – oder auch anderen in geeigneter Weise dabei zu helfen –, ist keinesfalls umsonst, denn sie ist ein Akt der Liebe. Hinzu kommt, daß jede Besserung für alle hilfreich ist. Leicht stößt man dabei aber an seine Grenzen! Gewiß kann man es immer wieder neu versuchen und sollte nicht etwa resigniert aufgeben. Letzteres wäre eine verkehrte Haltung, die nicht auf Gott, sondern auf die eigenen Empfindungen ausgerichtet ist.

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Das Heil im Kreuz

Lk 9,43b-45

In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodaß sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Für die Jünger war es schwer zu verstehen, was das Wort des Herrn zu bedeuten hatte: “Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden”.  Auch heute noch gehört es zur großen geistlichen Lektion, die Beweggründe Gottes verstehen zu lernen, warum er es geschehen ließ, daß sein Sohn der Gewalt der Menschen ausgeliefert wurde.

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DER TOD VERLIERT DEN SCHRECKEN

“Der Tod hat keinen Schrecken für einen aufrichtigen Diener Christi, der daran arbeitet, Seelen zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen.” (Seliger Ramon Llull)

Wenn wir auf das große Ziel zugehen, dem Herrn im Tod zu begegnen, ist es sehr tröstlich, wenn wir aufrichtig versucht haben, unseren Dienst im Weinberg des Herrn zu verrichten. Es gibt kaum etwas Wichtigeres, das wir auf der Erde tun können, als Menschen zu helfen, Gott zu finden und seine Wege zu gehen. Daraus kann uns jene Zuversicht erwachsen, wie man sie beim heiligen Paulus zu erkennen vermag. Er wußte, daß der Siegeskranz für ihn bereitliegt (vgl. 2 Tim 4,8).

Der Tod ist dann nicht mehr der große Unbekannte, vor dem man sich zu fürchten hat. Er wird immer mehr zum Tor des Übergangs in die Herrlichkeit und zu einer wertvollen Mahnung, in den Bemühungen um das Heil der Seelen nicht nachzulassen. Denn wer – außer Gott selbst – weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt?

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