DEM GUTEN HIRTEN FOLGEN

“Ich bin der gute Hirte, ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.” (Joh 10,14)

Der gute Hirt! Welch vertrauensstiftendes Bild ist dies – auch wenn wir Hirt und Herde in der Natur immer weniger antreffen! Aber das Bild spricht uns von innen an. Wir wissen in unserem Inneren, was der gute Hirt bedeutet. Es ist jemand, der auf uns achtet, der sich um unser Leben sorgt, der uns nicht aus den Augen verliert, der uns vor Gefahren warnt und uns dorthin führt, wo wir zu Hause sind und gute Weide finden. Weiterlesen

DIE GEISTLICHE GRUNDORDNUNG

“Suchet zuerst das Reich Gottes; dann wird euch alles andere dazugegeben.”  (Mt 6,33)

Wie sehr würde sich alles in unserem Leben ordnen, wenn wir nur diesen Rat des Herrn befolgen würden! Es würde jene geistliche Grundordnung eintreten, die alles bestimmt, aber leider so sehr durcheinandergeraten ist. Unser himmlischer Vater könnte uns dann sehr leicht alles zukommen lassen, weil die Empfänglichkeit unsererseits vorhanden wäre. In einem gewissen Sinn würden wir schon in ein »jenseitiges Leben« eintreten, denn ohne Frage ist der heilige Wille Gottes die strahlendste Herrlichkeit aller Engel und Heiligen.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Die Mission wird konkret« (III)

In den kommenden Jahren ihres Heranwachsens trug Jeanne d’Arc dieses Geheimnis zwischen Gott und ihr verborgen in sich. Sie sprach mit niemandem darüber, weder mit dem zuständigen Pfarrer noch mit ihren Eltern oder Freunden. Unter der Führung ihrer Heiligen richtete sie ihr ganzes Leben danach aus, und erfuhr nach und nach mehr über ihre Mission.

Die schwierige Kriegslage Frankreichs war der jungen Jeanne bewußt, denn der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich machte auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Die politische Zerrissenheit des Landes, die verschiedenen Kriegsparteien und die herumstreunenden, plündernden Banden stellten eine ständige Bedrohung dar. Es bestand keine Aussicht auf Frieden. Gewiß war diese unheilvolle Situation das tägliche, sorgenvolle Gesprächsthema aller Bewohner Domrémys und Umgebung.

Im Laufe dieses Krieges hatten die Engländer nach und nach große Gebiete Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verbündeten sich mit den französischen Burgundern, sodaß die Eroberung ganz Frankreichs und die damit einhergehende Herrschaft des englischen Königs sich immer stärker abzeichnete.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Das Herz der Heiligen« (II)  

Jeanne kam am 6. Januar 1412 in Domrémy (Frankreich) als viertes Kind von Jacques d’Arc und seiner Frau Isabelle zur Welt. Sie wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf, konnte weder lesen noch schreiben, erlernte das Spinnen und Nähen und hütete manchmal das Hauswesen. Ihre Eltern galten als rechtschaffene Christen. Von ihrer Mutter wurde Jeanne im Glauben unterwiesen.

Als im Jahr 1456 im Zuge der Rechtfertigung von Jeanne, (König Karl VII. hatte den Auftrag gegeben, die Wahrheit über den kirchlichen Prozeß gegen Jeanne herauszufinden) Zeugen aus dem Dorf Domrémy befragt wurden, gaben sie ein einhelliges Zeugnis über sie ab. Sie galt als frommes Mädchen, das gerne zur Kirche ging und den Menschen half. Möge das Zeugnis des Bauern Simonin Musnier vom 30. Januar 1456 für viele ähnliche Zeugnisse stehen:

“Ich bin mit Jeanne, die man Jungfrau genannt hat, aufgewachsen. Ich wohnte in der Nähe vom Haus ihres Vaters. Wirklich, ich weiß wie gut sie war, wie schlicht und fromm! Sie verehrte Gott und seine Heiligen. Sie ging oft und gerne zur Kirche und zu den geweihten Orten, tröstete die Kranken und gab den Armen Almosen: das konnte ich selbst erfahren: Als ich klein war, ging es mir nicht gut, und Jeanne kam, um mich zu trösten.”

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DER UMGANG MIT DEN SORGEN

Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? […] Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles braucht.” (Mt 6,31–32)

Sehr oft werden wir in der Heiligen Schrift gemahnt, uns nicht den Sorgen zu überlassen, denn leicht sehen wir dann keinen Ausweg mehr. Die Sorgen können uns ständig begleiten, an unserer Lebenskraft nagen, und wir schauen »vergrämt« in die Welt. Schon am Morgen sind sie da, und auch am Abend verlassen sie uns nicht. Weiterlesen

ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Das Herz der Heiligen« (I)

Es war der 30. Mai 1431 in Rouen in Frankreich – einen Tag nach dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Am Morgen hatten sich auf dem dortigen alten Marktplatz in der Nähe der Erlöserkirche viele Menschen versammelt. Neben dem Volk, das sich dort einfand, und dem Klerus, waren viele Soldaten anwesend. Allerdings waren es keine französischen Soldaten, sondern englische, denn Rouen war eine der Städte, die im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England noch unter englischer Herrschaft stand.

Auf dem Marktplatz war ein Gerüst aufgebaut, und dort stand eine junge Frau, neunzehn Jahre alt. Wegen dieser Frau hatten sich die Menschen versammelt, geistliche und weltliche Herren.

Auf diese junge Frau richteten sich alle Blicke.

Wer war sie? Warum stand sie dort?

Nun hielt Nicolaus Midi, Doktor der Heiligen Theologie, vor der ganzen Versammlung eine Predigt über Vers 26 aus dem zwölften Kapitel des ersten Briefes des Apostels Paulus an die Korinther:

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DAS GEBET DES HERRN

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Es ist das Gebet, das Jesus uns anvertraut hat, damit wir mit ihm unseren göttlichen Vater auf diese vertraute Weise ansprechen können. Weiterlesen