DIE HIERARCHIE DES LEBENS

“Antonius (der Wüstenvater) pflegte zu sagen, es sei die Pflicht eines Menschen, seine ganze Zeit der Seele zu widmen statt dem Körper, dem Körper jedoch einen kurzen Raum für seine Bedürfnisse einzuräumen. Umso eifriger aber solle er den ganzen Rest der Seele überlassen und deren Wohl suchen, damit sie nicht von den Freuden des Körpers hinabgezogen werde, sondern im Gegenteil der Körper der Seele unterworfen sei.”  (Heiliger Athanasius)

Der heilige Bischof Athanasius wurde wegen seiner Glaubenstreue verfolgt.  Er verteidigte die Gottheit Christi gegen die arianische Irrlehre und suchte bei den Einsiedlern in der Wüste Zuflucht.

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Weide meine Schafe!

In der so reichen Zeit zwischen der Auferstehung des Herrn, seiner Himmelfahrt und der Herabkunft des Heiligen Geistes wollen wir uns vermehrt dem Thema »Kirche« zuwenden. Sicherlich hat der Herr seine Jünger noch intensiver darauf vorbereitet, was auf sie zukommen würde, und sie in seine Pläne eingeweiht, soweit sie es begreifen konnten, und entsprechende Weichen gestellt. Eine dieser wesentlichen Weichen wird durch den folgenden Text verdeutlicht.

“Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich Dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich Dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, Du weißt alles; Du weißt, daß ich Dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!” (Joh 21,15–19)

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Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen

Apg 14,19-28

In jenen Tagen kamen Juden von Antiochia und Ikonion und überredeten die Volksmenge. Und sie steinigten den Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Am anderen Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter. Als sie dieser Stadt das Evangelium verkündet und viele Jünger gewonnen hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. In jeder Gemeinde bestellten sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab. Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes empfohlen hatte. Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammengetan und daß er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte. Und sie blieben noch längere Zeit bei den Jüngern.

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DURCHHALTEN AUF DEM WEG DER NACHFOLGE  

“Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.” (Heilige Katharina von Siena)

Es ist gut, daß wir durch das Wort der heiligen Katharina daran erinnert werden, daß ein kurzfristiges Sich-Aufschwingen des Herzens – manchmal verbunden mit der fühlbaren Gnade Gottes und entsprechenden Vorsätzen – sich auf dem langen Weg bewähren muß. Dazu bedarf es einer geistlichen Schulung, um bewußt daran zu arbeiten, die Mühen zu tragen, die zur Verwirklichung des guten Beginnens notwendig sind.

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Das Evangelium mit Klugheit verkünden

Apg 14,5-18

In jenen Tagen, als die Apostel merkten, daß die Heiden und die Juden zusammen mit ihren Führern entschlossen waren, sie zu mißhandeln und zu steinigen, flohen sie in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe, und in deren Umgebung. Dort verkündeten sie das Evangelium. In Lystra war ein Mann, der von Geburt an gelähmt war; er saß ohne Kraft in den Füßen da und hatte nie gehen können. Er hörte der Predigt des Paulus zu. Dieser blickte ihm fest ins Auge; und da er sah, daß der Mann darauf vertraute, gerettet zu werden, rief er laut: Steh auf! Stell dich aufrecht auf deine Füße! Da sprang der Mann auf und ging umher. Als die Menge sah, was Paulus getan hatte, fing sie an zu schreien und rief auf lykaonisch: Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herabgestiegen. Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er der Wortführer war. Der Priester des «Zeus vor der Stadt» brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte zusammen mit der Volksmenge ein Opfer darbringen. Als die Apostel Barnabas und Paulus davon hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen unter das Volk und riefen: Männer, was tut ihr? Auch wir sind nur Menschen, von gleicher Art wie ihr; wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen nichtigen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat und alles, was dazugehört. Er ließ in den vergangenen Zeiten alle Völker ihre Wege gehen. Und doch hat er sich nicht unbezeugt gelassen: Er tat Gutes, gab euch vom Himmel her Regen und fruchtbare Zeiten; mit Nahrung und mit Freude erfüllte er euer Herz. Doch selbst mit diesen Worten konnten sie die Volksmenge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

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