ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC (V): »Jeanne erfüllt ihre Voraussage – Orléans wird befreit«

Von diesem Zeitpunkt an wendete sich das Blatt dieses Krieges zugunsten der französischen Krone. Das Entscheidende war geschehen: Der Dauphin Charles VII. hatte Jeanne empfangen und sich davon überzeugen lassen, daß sie von Gott gesandt war. Auch die kirchliche Obrigkeit hatte zugestimmt. So konnte Gott seinen Plan durchführen.

Jeannes Kommen nach Orléans wurde nicht nur von der eingeschlossenen Bevölkerung sehnlichst erwartet, sondern sie stärkte insbesondere die Soldaten des Königs. Die Gegenwart der Jungfrau mit ihrer nie versiegenden Zuversicht bewirkte, daß dem französischen Heer neue Kraft zuwuchs und die Soldaten aus der Hoffnungslosigkeit aufgeweckt wurden.

Jeanne selbst führte keine Waffe und tötete niemanden. Doch ihr Mut und ihre Entschlossenheit, auch in scheinbar aussichtlosen Situationen an der Spitze des Heeres zu stehen, richtete die Soldaten immer wieder auf. Das geschah auch, wenn das kriegerische Vorhaben zunächst nicht zu gelingen schien, dann aber doch zu einem erfolgreichen Ende geführt wurde.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Karl VII. hört auf Jeanne« (IV)  

Mit Überzeugung und Mut tritt Jeanne die elf Tage lange beschwerliche Reise nach Chinon an. Sie weiß sich von Gott beauftragt und fürchtet daher nicht, aufgehalten zu werden. Immer wieder stärkt sie auch ihre Begleiter. Zwei von ihnen werden später im Zuge des Rechtfertigungsprozesses für die Heilige von diesem Ritt Zeugnis ablegen.

Der Ritter Bertrand de Poulengy berichtet:

“Es war ein aufregender Ritt, aber Jeanne redete uns zu, wir sollten keine Angst haben, denn der edle Dauphin würde uns freundlich empfangen, gelangten wir erst nach Chinon! Und ich versichere euch, ich war von ihren Worten ganz entflammt, denn wirklich schien sie mir von Gott gesandt. Nie habe ich an ihr das geringste Übel sehen können. Sie war so gut wie eine Heilige […]. So kamen wir zusammen ohne Hindernis nach Chinon, wo sich der König aufhielt, der damals noch Dauphin (Thronanwärter) war. Dort war es, wo wir die Jungfrau den Edlen und Gefolgsleuten des Königs vorstellten.

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DEM GUTEN HIRTEN FOLGEN

“Ich bin der gute Hirte, ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.” (Joh 10,14)

Der gute Hirt! Welch vertrauensstiftendes Bild ist dies – auch wenn wir Hirt und Herde in der Natur immer weniger antreffen! Aber das Bild spricht uns von innen an. Wir wissen in unserem Inneren, was der gute Hirt bedeutet. Es ist jemand, der auf uns achtet, der sich um unser Leben sorgt, der uns nicht aus den Augen verliert, der uns vor Gefahren warnt und uns dorthin führt, wo wir zu Hause sind und gute Weide finden. Weiterlesen

DIE GEISTLICHE GRUNDORDNUNG

“Suchet zuerst das Reich Gottes; dann wird euch alles andere dazugegeben.”  (Mt 6,33)

Wie sehr würde sich alles in unserem Leben ordnen, wenn wir nur diesen Rat des Herrn befolgen würden! Es würde jene geistliche Grundordnung eintreten, die alles bestimmt, aber leider so sehr durcheinandergeraten ist. Unser himmlischer Vater könnte uns dann sehr leicht alles zukommen lassen, weil die Empfänglichkeit unsererseits vorhanden wäre. In einem gewissen Sinn würden wir schon in ein »jenseitiges Leben« eintreten, denn ohne Frage ist der heilige Wille Gottes die strahlendste Herrlichkeit aller Engel und Heiligen.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Die Mission wird konkret« (III)

In den kommenden Jahren ihres Heranwachsens trug Jeanne d’Arc dieses Geheimnis zwischen Gott und ihr verborgen in sich. Sie sprach mit niemandem darüber, weder mit dem zuständigen Pfarrer noch mit ihren Eltern oder Freunden. Unter der Führung ihrer Heiligen richtete sie ihr ganzes Leben danach aus, und erfuhr nach und nach mehr über ihre Mission.

Die schwierige Kriegslage Frankreichs war der jungen Jeanne bewußt, denn der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich machte auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Die politische Zerrissenheit des Landes, die verschiedenen Kriegsparteien und die herumstreunenden, plündernden Banden stellten eine ständige Bedrohung dar. Es bestand keine Aussicht auf Frieden. Gewiß war diese unheilvolle Situation das tägliche, sorgenvolle Gesprächsthema aller Bewohner Domrémys und Umgebung.

Im Laufe dieses Krieges hatten die Engländer nach und nach große Gebiete Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verbündeten sich mit den französischen Burgundern, sodaß die Eroberung ganz Frankreichs und die damit einhergehende Herrschaft des englischen Königs sich immer stärker abzeichnete.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Das Herz der Heiligen« (II)  

Jeanne kam am 6. Januar 1412 in Domrémy (Frankreich) als viertes Kind von Jacques d’Arc und seiner Frau Isabelle zur Welt. Sie wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf, konnte weder lesen noch schreiben, erlernte das Spinnen und Nähen und hütete manchmal das Hauswesen. Ihre Eltern galten als rechtschaffene Christen. Von ihrer Mutter wurde Jeanne im Glauben unterwiesen.

Als im Jahr 1456 im Zuge der Rechtfertigung von Jeanne, (König Karl VII. hatte den Auftrag gegeben, die Wahrheit über den kirchlichen Prozeß gegen Jeanne herauszufinden) Zeugen aus dem Dorf Domrémy befragt wurden, gaben sie ein einhelliges Zeugnis über sie ab. Sie galt als frommes Mädchen, das gerne zur Kirche ging und den Menschen half. Möge das Zeugnis des Bauern Simonin Musnier vom 30. Januar 1456 für viele ähnliche Zeugnisse stehen:

“Ich bin mit Jeanne, die man Jungfrau genannt hat, aufgewachsen. Ich wohnte in der Nähe vom Haus ihres Vaters. Wirklich, ich weiß wie gut sie war, wie schlicht und fromm! Sie verehrte Gott und seine Heiligen. Sie ging oft und gerne zur Kirche und zu den geweihten Orten, tröstete die Kranken und gab den Armen Almosen: das konnte ich selbst erfahren: Als ich klein war, ging es mir nicht gut, und Jeanne kam, um mich zu trösten.”

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DER UMGANG MIT DEN SORGEN

Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? […] Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles braucht.” (Mt 6,31–32)

Sehr oft werden wir in der Heiligen Schrift gemahnt, uns nicht den Sorgen zu überlassen, denn leicht sehen wir dann keinen Ausweg mehr. Die Sorgen können uns ständig begleiten, an unserer Lebenskraft nagen, und wir schauen »vergrämt« in die Welt. Schon am Morgen sind sie da, und auch am Abend verlassen sie uns nicht. Weiterlesen