Tag 6 – Die Freundlichkeit    

Heiliger Geist, man sagt von Dir, daß Du ein freundlicher und menschenliebender Geist bist, und daß eine der Früchte, welche Du in der menschlichen Seele wachsen läßt, die Freundlichkeit ist.

Die Freundlichkeit ist eine angenehme Haltung des Menschen, durch die man leicht die anderen gewinnt und ihnen das Gefühl gibt, geliebt und anerkannt zu sein. Und wenn diese Freundlichkeit ohne Falsch ist – was sie ohne Zweifel ist, wenn sie als eine Frucht Deines Wirkens in der Seele ausreift – dann ist sie eine Sonne im Leben des Menschen. Sie spiegelt jene Haltung wider, mit der uns Gott begegnet, denn Gott will nicht nur, daß wir ihn als unseren Vater erkennen, sondern er möchte auch unser vertrauter Freund sein.

Jesus bezeichnet seine Jünger als seine Freunde (vgl. Joh 15,15), und so behandelt er sie auch. Sein Herz ist ihnen zugewandt, er bejaht sie – was ihn jedoch nicht daran hindert, ihnen auch ihre Fehlhaltungen zu verdeutlichen, um sie tiefer mit der Liebe Gottes zu verbinden.

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Tag 5 – Die Freude    

Geliebter Heiliger Geist, eine der wunderbarsten Gaben, die Du als Frucht in uns wachsen lassen kannst, ist die Freude. Jene Freude, die – der Liebe gleich – alles leichter macht und die Erdenschwere, die so oft auf uns lastet, überwindet; eine Freude, die geistlich ansteckend ist und, wenn der andere Mensch nicht verschlossen ist, ihm einen Lichtstrahl und etwas Trost schenken kann!

Dein Freund, der Heilige Paulus, sagt uns sogar:

“Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!” (Phil 4,4).

Die Freude ist also nicht nur eine Reaktion auf den Empfang angenehmer irdischer Güter oder besonders schöner Lebensumstände, die unser Herz erhellen, sondern Paulus spricht von der Freude als einem immerwährenden Zustand, von einer Grundstimmung des Herzens, die auch dann andauert, wenn die Umstände schwierig werden und unsere Seele eigentlich betrübt sein müßte.

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IMMER WIEDER BARMHERZIGKEIT

“Alles, was zu meiner Verherrlichung getan wird: Gebete, Fasten, Wachen und andere Werke geistiger Zucht, sehe ich mit gütigen Augen an. Aber dennoch – auch wenn es Kleingläubigen nicht so scheint – bin ich mit größerer Zuneigung bei meinen Auserwählten, die in ihrer menschlichen Schwäche und Gebrechlichkeit vertrauensvoll zu meiner Barmherzigkeit Zuflucht suchen.” (Worte des Herrn zur heiligen Gertrud von Helfta)

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IN DEN SCHWACHEN STUNDEN VERTRAUEN

“Bleibe mir einfach treu, und in den schwachen Stunden verliere nicht die Zuversicht. Auch diese nehme ich in den Dienst.”  (Inneres Wort)

Es fällt uns vielleicht nicht so leicht, dieses Wort zu verstehen. Wie gerne wären wir stark und würden alle Herausforderungen des Lebens meistern. Bei Menschen, in denen die Kampfeslust stärker ausgeprägt ist, mag dies besonders der Fall sein. Doch dann tauchen unsere Schwächen auf, die uns nachhaltig an die Begrenztheit unserer Geschöpflichkeit erinnern. Wir bleiben hinter dem zurück, was wir uns vorgenommen haben, und sind von uns selbst enttäuscht.

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Tag 4 – Die Selbstbeherrschung      

Heiliger Geist, am Anfang schwebtest Du über den Wassern (vgl. Gen 1,2) und brachtest Ordnung in das Chaos. Du willst auch Ordnung in das Chaos bringen, das durch die Sünde verursacht wurde, Ordnung in unser inneres und äußeres Leben. So viel ist durch die Erbsünde und die Sünden, die ihr folgten, durcheinandergekommen, daß selbst Dein Freund Paulus stöhnte, daß in seinem Geist ein anderes Gesetz wohnt als in seinem Leib und – schlimmer noch – daß er dem Gesetz des Fleisches folgt (vgl. Röm 7,23)! Mit ihm stöhnen wir: “Wer erlöst mich aus diesem Leib? (Röm 7,24)

Doch soll es nicht so bleiben!

Wir müssen wieder die Herrschaft über uns selbst zurückgewinnen und dürfen nicht Sklaven unserer Leidenschaften und Gefühle sein! Es war doch so wunderbar von unserem himmlischen Vater geordnet: Der Geist erleuchtete unseren Menschengeist, dieser setzte den Willen in Kraft und die natürlichen Antriebe standen im Dienst.

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HONIG EWIGER SÜSSE  

“Wenn ich aber den Menschen meine Gnade eingieße und sie wieder von ihnen zurückempfange, so bereite ich in meinem göttlichen Herzen den Honig ewiger Süße.” (Worte Jesu an die heilige Mechthild von Hackeborn)

Immer wieder kann sich eine liebende Seele fragen, wie sie ihrem Herrn für all das, was er ihr in seiner verschwenderischen Güte gewährt, etwas zurückerstatten kann. Und doch bleibt es wahr: “Wie könnte ich nur genug danken für all Deine Güte?” Immer werden wir hinter dem zurückbleiben, was Gott uns schenkt. Und das ist auch gut so, denn er schenkt auf göttliche Weise und wir werden uns daran erinnern, daß er die Quelle ist, aus der die Liebe strömt.

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Tag 3 – Die Sanftmut

Geliebter Heiliger Geist, Du milder Seelengast,
senke den Geist der Sanftmut in uns ein,
jenen Geist, der alles durchdringt,
der unser Herz umwandelt und geschmeidig macht,
es läutert von allen Härten;
der so mild ist wie Deine wunderbare Braut, unsere Mutter.

“Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. (Mt 5,5)

Du nötigst uns nicht, sondern lockst uns vielmehr mit Deiner Liebe.
Lieber läßt Du Deine Liebe wie Honig munden,
als uns Bitterkraut zu reichen, auch wenn wir dies manchmal nötig hätten!

Deinem Freund, dem Propheten Elija, hast Du Dich auch in einem sanften Säuseln zu verstehen gegeben, als er Dich im Sturm vermutete. Doch als er dann Deine milde Gegenwart wahrnahm, verhüllte er sein Haupt (vgl. 1 Kön 19,11-13).

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