GEBETE DER SEHNSUCHT

“Herr, mein Gott, Dir soll mein Herz gehören, Dir allein. Du bist mein Friede und mein Leben, Du mein Heil. Nur Dich will ich noch suchen, von Dir allein ergriffen und Dir unwiderruflich zu eigen sein.” (Heiliger Petrus Claver)

Dies ist das Hingabegebet des großen Heiligen, der in unerschütterlicher Treue sowohl den Seelen als auch den unvorstellbaren leiblichen Leiden afrikanischer Sklaven gedient hat.[1] Erfüllt von tiefer Frömmigkeit, konnte er seinen heroischen Dienst bis zum Ende seines fruchtbaren Lebens ausführen.

Durch dieses Gebet können wir ein wenig verstehen, wie sehr sein Herz auf unseren Vater ausgerichtet war. Wenn unser Herz Gott gehört, dann verlangen wir nichts anderes mehr, als den Willen Gottes zu tun – und ihn ganz zu tun. Unser Vater hat das Herz des Heiligen Petrus Claver an sich gezogen und ihn ganz mit sich erfüllt, so wie er es erbeten hat. Er gab Gott sozusagen freie und liebende Verfügung über sein Leben, denn Er war sein Friede und sein Heil. Ihn hat er gesucht und sich von Ihm ergreifen lassen.

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EINE LIEBLICHE TODESSTUNDE

“Lerne so leben, daß dir die Todesstunde lieblich wird. Behalte dein Herz frei in steter Richtung nach oben zu Gott, denn es ist für dich hienieden keine bleibende Stätte.” (Thomas a Kempis)

Eine liebliche Todesstunde! Welch wunderbarer Ausblick! Das kann nur bedeuten, sich auf den Tod – oder besser gesagt: auf den Heimgang zum himmlischen Vater – zu freuen.

Und in der Tat: Wenn uns bewußt wird, daß wir Tag für Tag unserem Vater entgegeneilen, der uns auf dem Weg durch diese Erdenzeit führt und begleitet, dann kann unser Herz immer mehr entzündet werden und unsere Sehnsucht, mit unserem Vater in der Ewigkeit zu leben, wird immer stärker.

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Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht

1 Kor 4, 6b-15

Brüder, ich habe das auf mich und Apollos bezogen, und zwar euretwegen, damit ihr an uns lernt, daß der Grundsatz gilt: «Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht», daß also keiner zugunsten des einen und zum Nachteil des andern sich wichtigmachen darf. Denn wer räumt dir einen Vorrang ein? Und was hast du, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen? Ihr seid schon satt, ihr seid schon reich geworden, ohne uns seid ihr zur Herrschaft gelangt. Wäret ihr doch nur zur Herrschaft gelangt! Dann könnten auch wir mit euch zusammen herrschen. Ich glaube nämlich, Gott hat uns Apostel auf den letzten Platz gestellt, wie Todgeweihte; denn wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen.

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DIE UNBESIEGBARKEIT DER LIEBENDEN SEELE    

“Weder körperliche noch örtliche Umstände vermögen die Freiheit liebender Seelen einzuengen.” (Bernhard von Clarivaux)

Es ist die Kunst der wahren Liebe, alles in ein Größeres integrieren zu können, wenn man lernt, es aus der Perspektive unseres himmlischen Vaters zu sehen. Selbst Leid und schwierigste Umstände können überwunden werden, wenn sich die Seele mit Gott verbindet. In gewisser Weise wird sie unbesiegbar, da sie in allen Umständen den Weg zur Vereinigung mit Gott findet. So läßt sie sich auch nicht von der negativen Dynamik der Gegebenheiten überwinden und behält ihre Freiheit.

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Neue Wege auf bewährten Pfaden

Lk 5,33-39

In jener Zeit sagten die Pharisäer und Schriftgelehrten zu Jesus: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken. Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann, in jenen Tagen, werden sie fasten. Er erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Gewand ab und setzt es auf ein altes Gewand. Sonst würde ja das neue Gewand zerschnitten und zu dem alten würde das Stück von dem neuen nicht passen. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde ja der junge Wein die Schläuche zerreißen; er läuft aus und die Schläuche sind unbrauchbar. Sondern: Jungen Wein muß man in neue Schläuche füllen. Und niemand, der alten Wein trinkt, will jungen; denn er sagt: Der alte ist bekömmlich.

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Keiner täusche sich selbst

1 Kor 3,18-21

Brüder! Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig. Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.

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Halte immer an mir fest

“Halte immer an mir fest und gehe tief in das Innere!” (Inneres Wort)

Was auch kommen mag an innerer und äußerer Bedrängnis, in der wir nicht die Gegenwart Gottes wahrzunehmen vermögen, ist dieses Wort die mahnende Stimme unseres Vaters, daß wir festhalten sollen.

Nicht unsere Empfindungen geben uns Sicherheit auf unserem Weg mit Gott durch diese Zeit, sondern das Wort Gottes und somit sein Wille, uns zu führen. Darauf können wir uns absolut verlassen. Wenn wir uns aufrichtig bemühen, im Stand der Gnade zu leben, also in Übereinstimmung mit dem heiligen Willen Gottes, dann können wir uns ohne Frage und Zweifel darauf verlassen. Wenn wir vom geraden Weg abgekommen sind, dann gilt es, sofort zu Gott zurückzukehren, der uns ruft, um dann wieder seine Gnade aufzunehmen und in ihr zu leben. Die Liebe Gottes umgibt uns immer. Entweder mahnt sie uns, an ihm festzuhalten, oder zu ihm umzukehren.

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