ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Abschließende Betrachtung« (XII)  

Ich freue mich für und mit jedem, der den zwölf Betrachtungen über die heilige Jungfrau von Orléans gefolgt ist. Es ist nicht das erste Mal, daß ich darüber schreibe, und es wird – so Gott will – auch nicht das letzte Mal sein. Und in der Tat: Jedes Mal, wenn ich über sie schreibe, ist es wie neu. Das hängt damit zusammen, daß es sich bei der Jungfrau von Orléans um eine Gläubige handelt, die eine Mission Gottes durchführte. Diese kann man nie genug verstehen. Ich lade jeden ein, je nach Neigung, frühere Publikationen von mir anzuhören, beispielsweise den Vortrag: »Jeanne d’Arc und die heutige Situation«:  https://www.youtube.com/watch?v=MomWp9xSRow oder das Hörspiel, das zu ihrer Ehre entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=62OMBIyvqRg

Aus der Überschrift dieser Serie »Zu Ehren der Heiligen Jeanne d’Arc« geht hervor, um was es mir ging. Ich wollte die »Pucelle« ehren, die den schrecklichen Tod der öffentlichen Verbrennung für ihre Mission erlitt. Leider wird das in der Darstellung ihrer Person oft wenig verstanden, und noch weniger, daß zuerst Gott die Ehre gebührt, der durch sie in die Geschichte Frankreichs eingriff und dieses Werk mit ihrer Hilfe vollbrachte. Wenn wir dies vergessen oder es zu sehr in den Hintergrund tritt, dann haben wir das Wesentliche nicht verstanden und wir bleiben in der Betrachtung der Ereignisse um Jeanne d’Arc im Menschlichen befangen.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Jeannes größter Sieg« (XI)  

Was war geschehen mit der heldenhaften Jeanne d’Arc, die so viele Prüfungen bestanden und nie an ihrer Sendung gezweifelt hatte?

Denken wir an den heiligen Petrus. Hat dieser nicht immer wieder Jesus seine Liebe gezeigt? Hatte er nicht alles verlassen, um ihm nachzufolgen? Hatte er nicht gesagt, daß er für Jesus sterben wolle? Und was geschah dann? Wir wissen es. In der Stunde der Gefahr verleugnete er Jesus und bereute es dann bitterlich.

Wie war es bei Jeanne?

Einige Tage nach ihrem Widerruf kam Bischof Cauchon mit einigen Begleitern zu ihr ins Gefängnis.  Er fragte sie, ob sie seit Donnerstag, dem Tag ihres Widerrufs, ihre Stimmen gehört habe.

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WAHRE UMKEHR

“ (Da ging der verlorene Sohn in sich und sagte:) Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner!” (Lk 15,17–19)

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DAS WAHRE LEBEN

“Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es finden.” (Mt 16,25)

Noch einmal, wie es bereits in der gestrigen Betrachtung angeklungen ist, geht es heute um das wahre Leben. Von Gott aus gesehen ist das wahre Leben jenes, das mit ihm vereint ist und sich nach seinem Willen entfaltet. Erst hier schließt sich das Leben in seiner übergeordneten Bedeutung auf, in der auch alle natürlichen Verpflichtungen ihren gottgewiesenen Platz einnehmen. Findet aber die Begegnung mit Gott nicht wirklich statt, dann beschränkt sich das Leben auf die natürliche Ebene und erwacht nicht wirklich. Dies ist jedoch nicht genug, um den tieferen Sinn des Daseins zu erfassen.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Jeannes Widerruf« (X)  

Jeanne hatte den furchtbaren Strapazen der Befragungen, den entehrenden Belästigungen durch die englischen Wächter, den harten Haftbedingungen sowie den Versuchen der Richter, sie der Ketzerei zu überführen, standgehalten. Selbst die Androhung der Folter hatte sie nicht schwach werden lassen. Unterstützt von ihren Heiligen war sie unbeugsam und sagte zu jenen, die ihr mit Folter drohten: “Wahrhaftig, selbst wenn Ihr mir die Glieder brechen und die Seele vom Leib trennen würdet, ich könnte euch nichts anderes sagen. Und würdet ihr mich zum Reden zwingen, ich würde immer sagen, daß ihr mich durch Gewalt zum Reden gebracht habt.

Als sie immer mehr bedrängt wurde, all die gegen sie gerichteten Anklagepunkte hörte und man immer wieder von ihr verlangte, sie solle sich dem Urteil der Kirche unterwerfen, berief sie sich in allem auf Gott und sagte, man solle sie zum Papst führen.

Jeanne bezeugte: “Ich habe meine Stimmen um Rat gefragt, um zu wissen, ob ich mich der Kirche unterwerfen soll, denn die Geistlichen drangen heftig in mich und sie haben mir geantwortet, wenn ich wolle, daß unser Herr mir helfe, solle ich mich ihm in allem anvertrauen.

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VERTRAUENDE NACHFOLGE

“Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.” (Mk 8,34)

Die Nachfolge Christi bedeutet, den Plan Gottes im eigenen Leben zu verwirklichen. Dieser Plan kommt aus dem Herzen eines liebenden Vaters. Vielleicht verbindet man mit einem solchen Wort sofort Vorstellungen von Verzicht auf Leben und daß man keine freie Wahl mehr hätte, das zu tun, was man meint, für ein erfülltes Leben zu benötigen. Hier liegt jedoch ein falsches Gottesbild zugrunde.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Der Prozeß der Schande« (IX)  

In Rouen verschärften sich die Haftbedingungen für die Jungfrau. Obwohl sie eigentlich in ein kirchliches Gefängnis hätte kommen müssen, in dem sie unter der Aufsicht von Frauen gestanden hätte, waren es nun englische Soldaten, die sie bewachten.

Der Priester Jean Massieu aus Rouen schilderte ihre Haftbedingungen wie folgt:

“Jeanne war im Schloß von Rouen in einem Raum im mittleren Stockwerk des Turms eingesperrt, wohin man über acht Treppen gelangte. Es war da ein Bett, wo sie schlief, und ein großer Holzklotz, woran eine Eisenkette angebracht war, die dazu diente, sie anzuketten. Ihre Füße waren gefesselt. Man schnallte sie mit einem Schloß an, das auf dem Holzklotz lag. Es waren fünf nichtswürdige Engländer da, um sie zu bewachen. Sie wünschten unbedingt Jeannes Tod und spotteten ihrer unablässig.”

Während des Prozesses klagte Jeanne immer wieder darüber und machte Bischof Cauchon dafür verantwortlich. Zudem mußte sie sich oft – insbesondere in der Nacht – gegen Übergriffe ihrer Wächter wehren.

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