Die ganze Fülle Gottes

Heute betrachten wir die Lesung des XVI. Sonntags nach Pfingsten gemäß der Leseordnung des Alten Ritus.

Eph 3,13-21

Brüder! Ich bitte euch, werdet nicht mutlos wegen der Drangsale, die ich für euch erleide; das bedeutet ja für euch Ruhm. Darum beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat; Er möge euch nach dem Reichtum Seiner Herrlichkeit verleihen, daß ihr durch Seinen Geist dem inneren Menschen nach kraftvoll erstarket; daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr selbst in der Liebe festgewurzelt und gegründet seiet. So möget ihr mit allen Heiligen begreifen die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe und auch die Liebe Christi verstehen, die alles Erkennen übersteigt, und so mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt werden. Ihm aber, der vermöge der in uns wirkenden Kraft über all das hinaus noch weit mehr zu tun vermag, als wir erflehen und erdenken können, Ihm sei die Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Weiterlesen

GOTT BEWAHRT UNS VOR DER SCHLINGE  

“Der Herr wird deine Zuversicht sein, er bewahrt deinen Fuß vor der Schlinge.” (Spr 3,26)

Ohne Zweifel gibt es auf unserem Weg der Nachfolge Christi auch gefährliche Schlingen. Und es sind gar nicht wenige, die der Herr zuläßt, um uns zu erproben. Die immer wiederkehrende Mahnung zur Wachsamkeit wird nicht ohne Grund ausgesprochen, denn es gibt vielfältige Versuche, uns vom geraden Weg abzubringen.

Wachsamkeit ist jedoch nicht mit Mißtrauen zu verwechseln. Die Wachsamkeit weiß um das Böse und lehrt, mit ihm umzugehen, während Mißtrauen überall das Böse sieht und sich ständig bedroht fühlt. Die Wachsamkeit verträgt sich auch nicht mit einer gewissen Naivität, welche die umgebende Situation nicht richtig einschätzen kann und sich mehr gefühlsmäßig sicher fühlt, weil sie bedrohliche Gefahren gar nicht realisiert.

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Der Ursprung des Festes Mariä Namen

Jes 61,9-11 (Lesung am Fest Mariä Namen)

So spricht der Herr: Die Nachkommen meines Volkes werden bei allen Nationen bekannt sein und ihre Kinder in allen Völkern. Jeder, der sie sieht, wird erkennen: Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat. Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde die Saat wachsen läßt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern. Weiterlesen

UNSEREN PLATZ EINNEHMEN

“Die Menschen sollen in meiner Nähe sein und an meiner Weisheit teilhaben.” (Inneres Wort)

Das ist es, was unser gütiger Vater für uns vorgesehen hat: ein Leben in Vertrautheit, selbstverständlicher Liebe und Geborgenheit. Gleichzeitig ist es auch der Ruf, im Reich Gottes den Platz einzunehmen, den unser Vater für uns vorgesehen hat.

Unter den Umständen dieser von Gott getrennten Welt, unter der Bedrängnis Satans, der den Menschen diese Nähe zu Gott und die damit verbundene Weisheit mißgönnt und sie bekämpft, bedeutet dies auch Kampf. Gott läßt uns diesen Kampf, und wir können ihm auf diesem Weg unsere Liebe und Treue erweisen und so seine Liebe beantworten. In der Vereinigung mit seinem Sohn ist der Sieg gewiß. Doch ist dieser Kampf nur für die Zeit vorgesehen, die wir noch auf der Erde verbringen.

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DAS WAHRE LEITPRINZIP

“Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit, such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade” (Spr 3,5–6)

Noch einmal mahnt uns dieses Zitat aus dem Buch der Sprichwörter, uns nicht in erster Linie auf unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen. Das betrifft auch die Klugheit – jene große natürliche Gabe, die der Herr uns schenkt. Und doch sollte sie nicht etwa zum Leitprinzip unseres Lebens werden. Das wäre in der Tat töricht, denn sie ist eine begrenzte geschöpfliche Gabe, die das übernatürliche Licht Gottes benötigt, um die Dinge in ihrer Tiefe zu erkennen.

Deshalb ergeht vom Herrn die Einladung, mit ganzem Herzen auf ihn zu vertrauen. Er ist der wahre Fels, der nicht wankt, und auf den unser Leben aufgebaut wird. Beherzigen wir dies, dann werden unsere natürlichen Fähigkeiten von Gott in den Dienst genommen und nehmen den ihnen gebührenden Platz ein. So entsteht die rechte Ordnung.

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Die heilige Kaiserin Pulcheria: “Eine zweite Helena” (399 – 453)

Der Herr vermag es, die Seinen zu erwecken und zu großer Heiligkeit zu führen. Das bedeutet jedoch nicht immer, ins Kloster zu gehen oder ihm in einer Einsiedelei zu dienen. Es kann sogar an einem Kaiserhof geschehen, wo Pomp und Wohlleben oft üblich sind. Immer wieder gibt es jedoch herausragende Beispiele von Menschen, die in all dem Luxus, der sie umgeben mag, und trotz der Verführung, die von Macht ausgehen kann, zu leuchtenden Vorbildern für viele werden. Sie haben sich dem Sog eines oft eitlen und leeren höfischen Lebens entzogen und sind stattdessen demütig in den Dienst des Herrn getreten.

Eine solche herausragende Persönlichkeit war die heilige Kaiserin Pulcheria von Ostrom. Der heilige Bischof Cyrill, so wird berichtet, nannte sie “die keuscheste Braut Christi, die Zierde des Erdkreises, den Schmuck der Kirche” und die Väter des Konzils von Chalcedon bezeichneten sie als “die Wächterin des Glaubens, die Stifterin des Friedens, die Bekämpferin der Ketzer, die neue Helena”.

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