DIE NEUHEIT DER GNADE

“Wir wollen jeden Tag ein neues Leben beginnen.”  (Heilige Teresa Benedikta vom Kreuz – Edith Stein)

Was kann die Heilige damit gemeint haben? Sie hat wohl darunter verstanden, daß jeder Tag, den man bewußt mit unserem himmlischen Vater lebt, ein sogenannter Kairos ist. Um es einfach auszudrücken, ist damit die Stunde der Gnade gemeint, die wir ergreifen sollen.

Es gibt ja nicht wenige Momente im Leben, in denen man den Eindruck gewinnt, man würde gerne ein neues Leben beginnen. Vielleicht ist uns das Leben aus der Hand geglitten, wir haben es aber bereut und wollen neu anfangen. Vielleicht haben wir endlich eine richtige Entscheidung getroffen, die schon lange anstand. Vielleicht haben wir etwas überwunden, was uns lange festgehalten hat.

Nach solchen Momenten spürt man durch die Gnade Gottes einen inneren Aufschwung. Wir werden durch sie belebt und können Schritte nach vorne tun.

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Die Hierarchie der Gebote

Mt 22,34-40

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, daß Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie (bei ihm) zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Es ist wichtig, um die Hierarchie der Gebote Gottes zu wissen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Das erste und vornehmliche Gebot ist die Gottesliebe. Sie ist das Entscheidende, ob der Mensch ganz in die Grundordnung des Seins einkehrt oder nicht.

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ZUR FREUDE GOTTES LEBEN (II)

“Der Herr hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes. Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, die voll Vertrauen warten auf seine Huld.” (Ps 147,10-11)

Es sind nicht die natürlichen Fähigkeiten des Menschen, die in der Welt oft so bewundert, manchmal sogar idealisiert werden, die unserem Vater Freude bereiten. Sie sind einfach nur Werkzeuge, die ihren wahren Wert nur dadurch gewinnen, wozu sie verwendet werden. Was nützt in den Augen des Herrn eine hohe Intelligenz, wenn sie nicht für das Gute eingesetzt wird?

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ZUR FREUDE GOTTES LEBEN    

Zu den schönen Dingen in dieser Welt gehört es, wenn die Menschen bemüht sind, einander Freude zu machen. Jeder kennt das, besonders wenn es weitgehend von Eigeninteresse befreit und von Selbstlosigkeit geprägt ist.

Am schönsten ist es jedoch, wenn wir zur Freude Gottes leben, wenn wir unser ganzes Leben unserem himmlischen Vater anvertraut haben, einfach weil wir ihn lieben und auf seine Liebe antworten. Damit beginnt schon eine gewisse Glückseligkeit auf der Erde, denn unser Leben weist über uns hinaus auf den hin, der unsere Freude ist, und dessen Freude wir immer mehr werden.

Im Vaterbüchlein von Madre Eugenia macht uns der himmlische Vater schon zu Beginn darauf aufmerksam, was ihm Freude bereitet. Da heißt es:

“Meine Freude besteht darin, von meinen Kindern – das heißt, von der gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Menschheit – erkannt und geliebt zu werden.”

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Das Hochzeitskleid

Mt 22,1-14

Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!  Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, mißhandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wußte der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

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DIE ANTWORT MARIENS

“Mir geschehe, wie Du es gesagt hast.”  (Lk 1,38b)

Diese Betrachtung lege ich am 15. August nieder. Da will und kann ich nicht an der lieben Gottesmutter Maria vorbeigehen, ohne an sie zu denken und ein paar Worte über sie zu schreiben.

Wie wird unser himmlischer Vater voller Liebe auf jene geschaut haben, die von ihm erwählt wurde die Mutter seines Sohnes zu werden? Eine heilige und reine Jungfrau! Wie wir durch die Lehre der Kirche wissen, war sie von der Erbschuld befreit (Unbefleckte Empfängnis), also der Frau im Paradies ähnlich, die wir als Eva kennen.

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Die Verantwortung der Hirten

Ez 34,1-11

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet, und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken mißhandelt ihr. Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie.

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