DER TOD VERLIERT DEN SCHRECKEN

“Der Tod hat keinen Schrecken für einen aufrichtigen Diener Christi, der daran arbeitet, Seelen zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen.” (Seliger Ramon Llull)

Wenn wir auf das große Ziel zugehen, dem Herrn im Tod zu begegnen, ist es sehr tröstlich, wenn wir aufrichtig versucht haben, unseren Dienst im Weinberg des Herrn zu verrichten. Es gibt kaum etwas Wichtigeres, das wir auf der Erde tun können, als Menschen zu helfen, Gott zu finden und seine Wege zu gehen. Daraus kann uns jene Zuversicht erwachsen, wie man sie beim heiligen Paulus zu erkennen vermag. Er wußte, daß der Siegeskranz für ihn bereitliegt (vgl. 2 Tim 4,8).

Der Tod ist dann nicht mehr der große Unbekannte, vor dem man sich zu fürchten hat. Er wird immer mehr zum Tor des Übergangs in die Herrlichkeit und zu einer wertvollen Mahnung, in den Bemühungen um das Heil der Seelen nicht nachzulassen. Denn wer – außer Gott selbst – weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt?

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Alles hat seine Stunde

Koh 3,1-11

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen,
eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen,
eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steine sammeln,
eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren,

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VERTRAUE AUF MEINE ERBARMUNGEN

“Laß also keinen Schrecken und keine Furcht dein Herz bemeistern. Glaube an mich und vertraue auf meine Erbarmungen!” (Thomas von Kempen, Nachfolge Christi, III, 30)

Es gibt viele Umstände, die sich unseres Herzens bemächtigen wollen – Furcht und Schrecken gehören dazu Sie können den Menschen ganz in ihren Bann ziehen oder ihm zumindest die innere Ruhe rauben.

Aus Erzählungen und Berichten wissen wir ja, daß man bei kriegerischen Auseinandersetzungen nicht selten versucht, bewußt Furcht und Schrecken zu verbreiten, um den Gegner vor dem konkreten Kampf einzuschüchtern und dies als Kampfwaffe zu nutzen. Wird dies erreicht, dann wird die Kampfkraft des Gegners geschwächt und sein Mut kann sinken.

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Die Begrenztheit des Geschöpflichen

Koh 1,2-11

Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne? Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit. Die Sonne, die aufging und wieder unterging, atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht. Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind. Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen. Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues – aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden.

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GOTTES VERLANGEN NACH OFFENEN HERZEN

 

“Nichts ist mir unmöglich! Wenn ich ein offenes Herz finde, dann möchte ich alles schenken und durch dieses auch andere Menschen beschenken.” (Inneres Wort)

Wie sehr verlangt es unseren Vater danach, offene Herzen zu finden! Vielleicht können wir uns das gar nicht vorstellen, weil Gott sich doch selbst genügt. Es ist wahr: Gott ist vollkommen und bedarf unserer Liebe nicht, um etwa noch vollkommener zu werden. Und doch ….

Unser Vater ersehnt diese Liebe, die er selbst ist. Gott verlangt danach, jenen Geschöpfen, die er zu seinen Kindern gemacht hat, all das mitzuteilen, was er ihnen schenken möchte. Das ist unendlich und unvorstellbar viel. Doch dafür braucht es ein offenes Herz, um es aufzunehmen.

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Die Schlichtheit des Jüngers

Lk 9,1-6

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlaßt. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken. Weiterlesen

NICHT DIE LIEBE GOTTES VERSCHMÄHEN

“Kehrt um, bevor es zu spät ist! Verschmäht meine Liebe nicht! Sie hält meinen Zorn zurück.” (Inneres Wort)

Wenn wir auch in der Betrachtung der Liebe unseres Vaters seine Barmherzigkeit so sehr zu erkennen vermögen, daß wir uns kaum vorstellen können, daß Menschen sich nicht mit dem Netz der Liebe fangen lassen, das der Sohn Gottes auf der Erde ausgeworfen hat, so darf dies im Umgang mit Gott doch nicht zu einem ungesunden Leichtsinn führen.

Immer erklingt der Ruf zur Umkehr: sei es von einem sündigen Leben zur Heimkehr zu Gott, wie beim verlorenen Sohn (Lk 15,11–32), sei es zur vertieften Umkehr auf dem Weg der Heiligkeit. “Die Liebe hört niemals auf” (1 Kor 13,8), wie es uns der Apostel Paulus so trefflich vor Augen stellt. Und was ist der Ruf zur Umkehr anderes, als sich der Liebe Gottes zuzuwenden, die Wege des Unheils oder auch der Lauheit zu verlassen und in der Liebe zu wachsen?

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