UNSEREN PLATZ EINNEHMEN

“Die Menschen sollen in meiner Nähe sein und an meiner Weisheit teilhaben.” (Inneres Wort)

Das ist es, was unser gütiger Vater für uns vorgesehen hat: ein Leben in Vertrautheit, selbstverständlicher Liebe und Geborgenheit. Gleichzeitig ist es auch der Ruf, im Reich Gottes den Platz einzunehmen, den unser Vater für uns vorgesehen hat.

Unter den Umständen dieser von Gott getrennten Welt, unter der Bedrängnis Satans, der den Menschen diese Nähe zu Gott und die damit verbundene Weisheit mißgönnt und sie bekämpft, bedeutet dies auch Kampf. Gott läßt uns diesen Kampf, und wir können ihm auf diesem Weg unsere Liebe und Treue erweisen und so seine Liebe beantworten. In der Vereinigung mit seinem Sohn ist der Sieg gewiß. Doch ist dieser Kampf nur für die Zeit vorgesehen, die wir noch auf der Erde verbringen.

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DAS WAHRE LEITPRINZIP

“Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit, such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade” (Spr 3,5–6)

Noch einmal mahnt uns dieses Zitat aus dem Buch der Sprichwörter, uns nicht in erster Linie auf unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen. Das betrifft auch die Klugheit – jene große natürliche Gabe, die der Herr uns schenkt. Und doch sollte sie nicht etwa zum Leitprinzip unseres Lebens werden. Das wäre in der Tat töricht, denn sie ist eine begrenzte geschöpfliche Gabe, die das übernatürliche Licht Gottes benötigt, um die Dinge in ihrer Tiefe zu erkennen.

Deshalb ergeht vom Herrn die Einladung, mit ganzem Herzen auf ihn zu vertrauen. Er ist der wahre Fels, der nicht wankt, und auf den unser Leben aufgebaut wird. Beherzigen wir dies, dann werden unsere natürlichen Fähigkeiten von Gott in den Dienst genommen und nehmen den ihnen gebührenden Platz ein. So entsteht die rechte Ordnung.

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Die heilige Kaiserin Pulcheria: “Eine zweite Helena” (399 – 453)

Der Herr vermag es, die Seinen zu erwecken und zu großer Heiligkeit zu führen. Das bedeutet jedoch nicht immer, ins Kloster zu gehen oder ihm in einer Einsiedelei zu dienen. Es kann sogar an einem Kaiserhof geschehen, wo Pomp und Wohlleben oft üblich sind. Immer wieder gibt es jedoch herausragende Beispiele von Menschen, die in all dem Luxus, der sie umgeben mag, und trotz der Verführung, die von Macht ausgehen kann, zu leuchtenden Vorbildern für viele werden. Sie haben sich dem Sog eines oft eitlen und leeren höfischen Lebens entzogen und sind stattdessen demütig in den Dienst des Herrn getreten.

Eine solche herausragende Persönlichkeit war die heilige Kaiserin Pulcheria von Ostrom. Der heilige Bischof Cyrill, so wird berichtet, nannte sie “die keuscheste Braut Christi, die Zierde des Erdkreises, den Schmuck der Kirche” und die Väter des Konzils von Chalcedon bezeichneten sie als “die Wächterin des Glaubens, die Stifterin des Friedens, die Bekämpferin der Ketzer, die neue Helena”.

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Der Heilige Petrus Claver: “Der Apostel der afrikanischen Sklaven”  

Wenn man erfahren will, zu welch heroischen Werken ein Mensch durch die Gnade Gottes geführt werden kann, dann gilt es, sich in die Leben der Heiligen zu vertiefen. Immer wird man darauf stoßen, daß die Liebe Gottes sie fähig gemacht hat, in einer Weise zu lieben, die unser menschliches Denken und Empfinden weit übersteigt. Man begegnet einem Feuer der Gottes- und Nächstenliebe, welches noch bis heute aufleuchtet und im Gedächtnis der Kirche gegenwärtig bleibt. Menschen, die in ihrem Streben nach Heiligkeit so geleuchtet haben wie der Heilige, an den wir heute denken, sind immer bereit, uns zu helfen, unseren Weg der Nachfolge Jesu so gut wie möglich zurückzulegen. Ihr Feuer und ihre Opferbereitschaft mögen uns auch manchmal beschämen, an unser Herz anklopfen und uns anfragen, ob wir dem Geist des Herrn genügend folgen, um selbst Zeugen seiner überragenden Liebe zu werden, in der Weise, wie Gott es uns anvertraut.

Der Heilige Petrus Claver, im Jahre 1581 in Verdú in Katalonien als Sohn hochadeliger und frommer Eltern geboren, war sehr begabt, studierte mit glänzender Auszeichnung bei den Jesuiten in Barcelona und wurde 1602 in ihren Orden aufgenommen. Mit Bewilligung seiner Oberen reiste er 1610 als Missionar nach Amerika und landete in Cartagena, einer Stadt in Kolumbien mit damals über 200.000 Einwohnern. Hierher hatte ihn die göttliche Vorsehung geführt, um ein Schutzengel für die afrikanischen Sklaven zu werden, die mit Schiffen an diesen Ort gebracht wurden, um sie zu verkaufen.

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HALTE DICH NICHT SELBST FÜR WEISE

“Halte dich nicht selbst für weise, fürchte den Herrn und fliehe das Böse!” (Spr 3,7)

Wie töricht ist es, sich auf seine Gaben etwas einzubilden und sich so über andere Menschen zu erheben! Was haben wir nicht von unserem Vater empfangen? Selbst wenn wir durch Fleiß und Studium mit unseren Kräften mitgewirkt haben, ist uns doch alles von Gott gegeben.

Das ist eine einfache Erkenntnis, und doch ist sie entscheidend für die Grundhaltung unseres Lebens. Wenn wir alles Gott verdanken und dies entsprechend zum Ausdruck bringen, dann zieht göttliche Weisheit in unsere Seele ein. Die Ehre und das Lob Gottes stehen für uns an erster Stelle. Wir werden uns daher hüten, uns selbst in den Vordergrund zu stellen und uns in Eitelkeit selbst zu betrachten.

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WEISHEIT GEWINNEN

“Wer auf mich hört, wohnt in Sicherheit, ihn stört kein Schrecken.” (Spr 1,33)

Unser Vater macht es dem Menschen einfach, Weisheit zu gewinnen und in der Sicherheit zu leben, nach der er sich sehnt. So war es schon immer – auch zu Zeiten des noch unbeschwerten Lebens im Paradies. Solange der Mensch vor dem Sündenfall auf Gott hörte, lebte er in vollkommener Einheit mit seinem liebenden himmlischen Vater. Dann aber kam das Unheil. Es kam durch den Ungehorsam und durch das Hören auf verlockende teuflische Stimmen.

Seitdem leben wir Menschen nicht mehr im Paradies und haben unter den Folgen des Verlusts des Paradieses zu leiden. Doch unser Vater hat uns dem Unheil nicht überlassen. Er kam selbst in seinem Sohn zu uns, um uns von den Ketten der Schuld zu lösen.

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Fest Mariä Geburt: “Erwählt von Gott”

Mt 1,18-23

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Weiterlesen