Tag 12 – Die Bescheidenheit

Welche Zier, o Heiliger Geist, ist eine bescheidene Seele! Eine Seele, in der diese, Deine Frucht wohnt! In ihr ist das ungeordnete Verlangen gezügelt und zur Ruhe gekommen. Sie denkt nicht ständig für sich und ist leicht mit allem zufrieden. Sie will nicht im Mittelpunkt stehen, sondern den Platz einnehmen, den Du für sie vorgesehen hast. Deshalb ist die kostbare Gabe der Dankbarkeit und auch die Frucht der Demut in ihr wirksam. Eine solche Seele strahlt Zufriedenheit aus, macht kein Aufheben um sich und ist frei von jeglicher Anmaßung. Doch in Bezug auf die Liebe will sie groß sein, in der Liebe zu Dir und zu den Menschen, und auch mit einem kleinen Glauben ist sie nicht zufrieden.

Welch milden Glanz können wir in einer solchen Seele wahrnehmen, und wie leicht macht sie es Dir und auch uns, sie zu beschenken! Sie verwirklicht das Wort des heiligen Paulus:

“Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!” (Röm 12,16)

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WIR SIND GERUFEN, LICHT DER WELT ZU SEIN

“Ihr seid das Licht der Welt. […] So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.” (Mt 5,14a.16)

Dieses wunderbare Wort ergeht an die Jünger des Herrn – also an uns! Durch die Vereinigung mit Jesus werden wir nicht nur von seinem Licht angestrahlt, sondern wir werden selbst zum Licht, indem wir Gottes Wort weitergeben und lernen, seine Werke zu tun. Und da uns dies der göttliche Meister, der Sohn Gottes, sagt, ist es keine Anmaßung.

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Tag 11 – Die Güte

Heiliger Geist, mit Deinen Gaben, die Du in unsere Seele einsenkst, willst Du all die Früchte hervorbringen, die wir in diesen Tagen betrachten, bevor wir in der Kirche das Fest Deines Kommens feiern. Es sind wahre Früchte, die unser Leben hell machen. Sie sind Ausdruck Deiner Liebe und helfen, als Menschen so miteinander umzugehen, wie es Jesus unvergleichlich zu seinen Jüngern gesagt hat:

“Alle sollen eins sein: Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß Du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die Du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und Du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, daß Du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.” (Joh 17,21-23)

Wir sollten als Menschen, Du Heiliger Geist, in wahrer Einheit mit Dir und untereinander leben! Dazu sind wir aber offensichtlich nicht wirklich in der Lage, wie man unschwer erkennen kann, wenn man die Augen nicht verschließt und stattdessen träumt! Deshalb müssen wir zur Quelle der Liebe und Güte vorstoßen und aus ihr trinken: Du selbst bist diese Quelle.

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Tag 10 – Die Keuschheit    

Heiliger Geist, heute komme ich zu Dir mit einem besonderen Anliegen, welches das Leben vieler Menschen verdunkelt.

Der Sinn für die Keuschheit ist verlorengegangen, und vielen Menschen scheint sie ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sein. Spricht man von ihr, so stößt man oft auf völliges Unverständnis, und selbst in kirchlichen Kreisen ruft das nicht selten ein mitleidiges Lächeln hervor. Dabei ist die Keuschheit eine Frucht des Lebens mit Dir und ein herrliches Geschenk, welches die Würde des Menschen ungemein stärkt!

Warum, oh Heiliger Geist, sind wir so wenig empfänglich für die Schönheit der Keuschheit? Haben wir keine Augen mehr, die Würde der Keuschheit wahrzunehmen? Sind wir schon derart sexualisiert und somit stumpf geworden, ihren Adel wahrzunehmen, ihre innere Stärke, die Integrität einer Jungfrau?

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DIE BITTE UM DEN HEILIGEN GEIST

“Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.” (Lk 11,13)

Mit diesem Wort will uns Jesus die Selbstverständlichkeit vor Augen führen, mit der unsere Bitten um den Heiligen Geist bei Gott Erhörung finden. Und er wählt einen guten Vergleich: Selbst wir Menschen, die wir zum Bösen neigen, entziehen uns nicht den Bitten unserer Kinder, wenn sie um etwas Gutes bitten.

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Tag 9: Pfingsten – das große Ereignis

Jetzt bist Du gekommen, geliebter Heiliger Geist. Diesmal kamst Du im Sturm, in einem Brausen (vgl. Apg 2,2), nicht wie damals, bei Deinem Freund Elija (vgl. 1 Kön 19,11-13). Da war es mehr im Verborgenen, wie Du zumeist in den Seelen der Menschen wirkst, die Dich einlassen. Doch heute war es anders, wie uns die Heilige Schrift erinnert. Wie wunderbar und überzeugend war Dein Wirken! Die Apostel redeten und verkündeten in ihrer eigenen Sprache, aber alle anderen verstanden sie in ihrer jeweiligen Sprache.

“Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.” (Apg 2,6-11)

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