Distanz zur Welt bewahren

Lk 10,1–12

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, eßt und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn.

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Wachsames Leben

Mt 13,47-52       (Evangelium am Gedenktag des Heiligen Hieronymus)

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt. Als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er weiter.

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DIE SEELE IN DEN HÄNDEN TRAGEN  

“Niemand ist weiser, als wer seine Seele immerdar in Händen trägt. Es hat der Mensch keinen kostbareren Schatz als seine Seele. Er muß also wachen und beständig auf der Hut sein, weil dem Heil der Seele nichts gleichkommt.” (Thomas von Kempen, Nachfolge Christi)

In einem anderen Wort beklagt Thomas von Kempen: “Um eine geringe Stelle läuft man meilenweit, aber um des ewigen Lebens willen heben viele den Fuß nicht auf.”

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Die Mission der drei Erzengel

Dan 7, 9-10.13-14   Lesung am Fest der Heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael

Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.

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INS INNERE ZURÜCKKEHREN

“Daß uns Dinge begegnen, die uns lästig und durchaus zuwider sind, das ist für uns sehr gut. Denn sie treiben den Menschen, der aus seinem Inneren geflohen ist, wieder in sein Herz zurück.” (Thomas von Kempen, Nachfolge Christi)

Der geistliche Lehrer Thomas von Kempen nennt einen wichtigen Grund, warum auch solche Dinge, die uns nur im Weg zu stehen scheinen, von unserem Vater in den Dienst genommen werden können. Gott hat immer das Heil unserer Seele im Blick, und all seine Führungen und seine Zulassungen helfen uns. Die größte Liebe, die uns der Herr erweist, ist die Rettung und Stärkung unserer Seele. Um sie geht es, wie auch die Kirche über sich selbst richtig sagt, daß ihre wichtigste Aufgabe die Rettung der Seelen ist.

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Prüfungen

Hiob 1,6-15.18-22

Es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan. Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her. Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse. Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, daß Hiob Gott fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land. Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.

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DER SCHLÜSSEL FÜR DEN GEISTLICHEN WIDERSTAND

“Die innerste Verbindung mit mir ist nötig, und sie ist der Schlüssel für den geistlichen Widerstand.” (Inneres Wort)

Nie dürfen wir vergessen, daß wir dem Bösen nicht einfach ausgeliefert sind, sondern zum Widerstand aufgerufen sind. Dies ist auch eine Weise, wie wir unserem himmlischen Vater unsere Treue zeigen können. Solange in der Nachfolge Christi alles ohne große Komplikationen geschieht, ist es einfach, dem Herrn zu folgen. Aber auch dann, wenn es einfach erscheint, ist immer darauf zu achten, daß wir uns nicht zu sicher fühlen. Das gebietet uns die geistliche Klugheit.

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