Tag 3 – Die Sanftmut

Geliebter Heiliger Geist, Du milder Seelengast,
senke den Geist der Sanftmut in uns ein,
jenen Geist, der alles durchdringt,
der unser Herz umwandelt und geschmeidig macht,
es läutert von allen Härten;
der so mild ist wie Deine wunderbare Braut, unsere Mutter.

“Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. (Mt 5,5)

Du nötigst uns nicht, sondern lockst uns vielmehr mit Deiner Liebe.
Lieber läßt Du Deine Liebe wie Honig munden,
als uns Bitterkraut zu reichen, auch wenn wir dies manchmal nötig hätten!

Deinem Freund, dem Propheten Elija, hast Du Dich auch in einem sanften Säuseln zu verstehen gegeben, als er Dich im Sturm vermutete. Doch als er dann Deine milde Gegenwart wahrnahm, verhüllte er sein Haupt (vgl. 1 Kön 19,11-13).

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Tag 2 – Die Reinheit des Herzens

Geliebter Heiliger Geist, komm Du als ewiges und reines Licht und durchdringe uns, daß nichts vor Dir verborgen bleibt, kein Schatten in unserer Seele weiterleben kann, jede Dunkelheit weiche und alles von Deiner Liebe entzündet werde!

Wecke uns aus aller Trägheit und reinige unser Herz, damit es lieben kann, wie Gott liebt; lieben, wie Du liebst, damit Du und ich aufs Innigste vereint seien im Lobpreis der Herrlichkeit Gottes!

“O Gott, erschaffe mir ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist.  (Ps 51,10)

Du, geliebter Heiliger Geist, bist

“…gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle Geister durchdringend, die denkenden, reinen und zartesten! (Weish 7,22-23).

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GOTT ZWINGT NIEMANDEN  

“Gott zwingt niemanden. Er nimmt an, was man ihm gibt, doch ganz gibt er sich nur dem, der sich ganz ihm gibt.”  (Teresa von Ávila)

Wenn wir – wie von der heiligen Teresa von Ávila richtig beschrieben – auf unserem Weg der Nachfolge nicht von Gott genötigt werden, dann gilt es, das tief zu verinnerlichen. Die Heilige spricht hier von der großen Achtung, die unser Vater vor der Freiheit des Menschen hat. Er selbst hat sie uns als großes Geschenk der Liebe gegeben, was uns im Vergleich zur unvernünftigen Natur besonders auszeichnet.

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“Betrachtungen zum Heiligen Geist”: Tag 1 – Die Langmut

”Du Heiliger Geist, Du Kuß des Vaters und des Sohnes, Du süßester und innigster Kuß (hl. Bernhard von Clairveaux), wir wollen Dich besser kennen und lieben lernen! Steige deshalb hinab in unsere Seelen, “gleich der Sonne, die alles, wo sie kein Hindernis findet, erhellt. Dringe wie ein Flammenpfeil bis zur tiefsten Stelle unserer Seele vor. Du ruhst nicht in stolzen Herzen und hohen Geistern; vielmehr schlägst Du Deine Wohnung in demütigen Seelen auf (hl. Maria Magdalena von Pazzi).

Erleuchte uns in diesen Tagen, in denen wir das Hochfest Deines Kommens vorbereiten, Du, der Du unser Tröster und Lehrer bist, der Bräutigam unserer Seelen, derjenige, der uns heilig macht.

„Die Liebe ist langmütig (1 Kor 13,4)

Die Langmut ist eine der wunderbaren Früchte, welche in jenen Seelen heranreift, die auf Dich hören und auch auf langen Strecken nicht den Mut verlieren. Sie ist der Geduld ähnlich, aber noch stärker auf die Güter des Geistes bezogen. Sie trägt die Beharrlichkeit und Ausdauer in sich und macht die Seele stark und leidensfähig. So wächst sie als Frucht einer innigen Beziehung mit Dir. Sie ist göttlicher Natur, wie es der Apostel Paulus bezeugt:

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GOTTES MITGEFÜHL

“Gottes Mitgefühl für dich ist größer als deine Sorgen.” (Jean Baptiste de la Salle)

Sehr oft werden wir in der Heiligen Schrift gemahnt, uns nicht den Sorgen zu überlassen. Und in der Tat: Übermäßige Sorgen führen uns geistlich gesehen in eine große Unwirklichkeit. Sie besteht darin, daß wir keinen Ausweg sehen, die Sorgen uns ständig begleiten, unsere Lebenskraft schwächen und sogar unser Aussehen mitbestimmen, sodaß wir in gewisser Weise »vergrämt« in die Welt schauen. Wer kennt sie nicht, die von Sorgen zerfurchten Gesichter, die unser Mitleid erwecken?

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DAS LEBEN DER HEILIGEN: DER HEILIGE JOHANNES BAPTIST DE LA SALLE (1651 – 1719)

“Wer ein einziges solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf.

Heute wenden wir uns einem Heiligen zu, der an diesem Tag nach dem Kalender des Alten Ritus gefeiert wird. Es ist der heilige Johannes Baptist de la Salle. Folgendes Evangelium ist für heute gewählt:

“In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreiche? Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen! Wer also immer sich verdemütigt wie dieses Kind, der ist der Größere im Himmelreiche. Und wer ein einziges solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf. (Mt 18,1–5)

Zwei Aspekte stellt uns das Evangelium in Bezug auf die Kinder vor Augen. Zunächst ist es ihre Einfachheit und Offenheit. Dies ist die Haltung, mit der wir unserem göttlichen Vater begegnen sollten. Bei unverdorbenen Kindern gibt es noch eine wunderbare Arglosigkeit, die gerne aufnimmt, was man ihnen geben möchte. Auf diese Weise mit unserem Vater zu leben, bedeutet, daß wir empfänglich für die Liebe Gottes werden, die sich uns unmittelbar mitteilen kann. Hieraus erwächst die wahre Größe, denn im Himmelreich ist derjenige groß, der am meisten liebt und aller Diener wird. Wenn unser Herz offen ist wie das eines Kindes, dann nehmen wir nicht nur die Liebe Gottes auf dem direktesten Weg auf, sondern sie wird auch der Beweggrund für unser Handeln, denn die Liebe drängt uns, die Werke Gottes zu tun. Nicht zuletzt ist es der Heilige Geist, der uns zu den guten Werken bewegt und als die Liebe zwischen Vater und Sohn unsere Herzen erleuchtet.

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EIN FERNGLAS, UM DEN HERRN UND SICH SELBST ZU ERKENNEN

“Der Heilige Geist ist Licht und Stärke. Er ist es, der uns das Wahre vom Falschen und das Gute vom Bösen unterscheiden läßt. Gleich den Ferngläsern, welche die Gegenstände vergrößern, läßt uns der Heilige Geist das Gute und das Böse im Großen sehen. Mit dem Heiligen Geist sieht man alles im Großen: Man sieht die Größe der kleinsten für Gott vollbrachten Handlungen und die Größe der kleinsten Fehler.” (Heiliger Pfarrer von Ars)

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