Tag 8 – Licht in der Finsternis    

Komm, Heiliger Geist, erleuchte uns, denn Du bist das Licht, das unsere Finsternis hell macht. Nimm weg von uns all unsere geistige Blindheit, damit wir Dich besser erkennen und in Deinem Licht die Wirklichkeit wahrnehmen! Es ist ja ein großer Unterschied, ob wir Dich am Werk erkennen oder nur die natürliche Wirklichkeit sehen.

Weißt Du, Heiliger Geist, eigentlich verstehen wir doch recht wenig!

Das Leben setzt sich für uns aus vielen verschiedenen Eindrücken zusammen, und wir versuchen, daraus ein zusammenhängendes Bild zu machen. Manchmal bemerken wir eine innere Linie, und im Glauben wissen wir auch, daß eine solche existiert. Doch verlieren wir diese Linie leicht während des Tages, wenn wir in verschiedene Tätigkeiten eingebunden sind und von ihnen allzusehr eingenommen sind.

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WIRF ALL DEINE KETTEN AB!

“Wirf all deine Ketten ab – sie sind schon lange gelöst – und gehe in mir voran.”  (Inneres Wort)

Was hindert uns daran, auf dem Weg der Nachfolge des Herrn voranzugehen? Oft wirkt es so, als würden uns noch unsichtbare Ketten binden. Vielleicht sind es Dinge, die wir schon längst zu Gott getragen haben, die aber immer noch nachwirken und uns hemmen wollen. Vielleicht sind es auch nur irrige Gedanken und Befürchtungen, die unseren Weg beschweren.

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Tag 7 – Der wahre Friede    

Geliebter Heiliger Geist, eine Deiner wunderbaren Gaben ist der Friede.

Es ist ein Friede, den die Welt nicht geben (vgl. Joh 14,27), aber auch nicht nehmen kann.

Das weist noch auf einen anderen Frieden hin als den, den wir gewöhnlich kennen – nämlich auf einen Frieden, der bleibt.

Wie sehr spricht die Welt vom Frieden – aber er will nicht so recht gelingen.

Immer ist irgendwo Krieg, und der erreichte Friede ist oft brüchig.

Aber: Wo soll denn der Friede auch herkommen?

Bei allem guten Willen erreicht man nicht jene Dimension des Friedens, von der Jesus spricht.

Friede ist nicht nur die Abwesenheit des konkreten Krieges, so wichtig diese auch ist. Friede ist mehr: Es ist die Übereinstimmung des Lebens mit der Wahrheit des Seins und bekommt von dort seine schöpferische Kraft.

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GOTTES BEDÜRFNIS, UNS ZU LIEBEN

“Meine Liebe als Vater und Schöpfer läßt mich dieses Bedürfnis spüren, den Menschen zu lieben.” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio)

Wenn wir uns fragen, was denn genauer der Beweggrund Gottes ist, daß er uns Menschen so sehr liebt, bekommen wir mit diesem Satz aus dem Vaterbüchlein eine erste wunderbare Antwort. Da Gottes in seiner Vollkommenheit nicht auf unsere Liebe angewiesen ist, entspringt diese Liebe allein seinem Vater- und Schöpfersein. Sie ist unserem Vater, wie er es selbst sagt, ein Bedürfnis. Wenn Gott uns also anschaut, dann will er uns immer lieben, sich uns mitteilen, uns verstehen lassen, daß er uns zugeneigt ist.

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Tag 6 – Die Freundlichkeit    

Heiliger Geist, man sagt von Dir, daß Du ein freundlicher und menschenliebender Geist bist, und daß eine der Früchte, welche Du in der menschlichen Seele wachsen läßt, die Freundlichkeit ist.

Die Freundlichkeit ist eine angenehme Haltung des Menschen, durch die man leicht die anderen gewinnt und ihnen das Gefühl gibt, geliebt und anerkannt zu sein. Und wenn diese Freundlichkeit ohne Falsch ist – was sie ohne Zweifel ist, wenn sie als eine Frucht Deines Wirkens in der Seele ausreift – dann ist sie eine Sonne im Leben des Menschen. Sie spiegelt jene Haltung wider, mit der uns Gott begegnet, denn Gott will nicht nur, daß wir ihn als unseren Vater erkennen, sondern er möchte auch unser vertrauter Freund sein.

Jesus bezeichnet seine Jünger als seine Freunde (vgl. Joh 15,15), und so behandelt er sie auch. Sein Herz ist ihnen zugewandt, er bejaht sie – was ihn jedoch nicht daran hindert, ihnen auch ihre Fehlhaltungen zu verdeutlichen, um sie tiefer mit der Liebe Gottes zu verbinden.

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Tag 5 – Die Freude    

Geliebter Heiliger Geist, eine der wunderbarsten Gaben, die Du als Frucht in uns wachsen lassen kannst, ist die Freude. Jene Freude, die – der Liebe gleich – alles leichter macht und die Erdenschwere, die so oft auf uns lastet, überwindet; eine Freude, die geistlich ansteckend ist und, wenn der andere Mensch nicht verschlossen ist, ihm einen Lichtstrahl und etwas Trost schenken kann!

Dein Freund, der Heilige Paulus, sagt uns sogar:

“Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!” (Phil 4,4).

Die Freude ist also nicht nur eine Reaktion auf den Empfang angenehmer irdischer Güter oder besonders schöner Lebensumstände, die unser Herz erhellen, sondern Paulus spricht von der Freude als einem immerwährenden Zustand, von einer Grundstimmung des Herzens, die auch dann andauert, wenn die Umstände schwierig werden und unsere Seele eigentlich betrübt sein müßte.

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IMMER WIEDER BARMHERZIGKEIT

“Alles, was zu meiner Verherrlichung getan wird: Gebete, Fasten, Wachen und andere Werke geistiger Zucht, sehe ich mit gütigen Augen an. Aber dennoch – auch wenn es Kleingläubigen nicht so scheint – bin ich mit größerer Zuneigung bei meinen Auserwählten, die in ihrer menschlichen Schwäche und Gebrechlichkeit vertrauensvoll zu meiner Barmherzigkeit Zuflucht suchen.” (Worte des Herrn zur heiligen Gertrud von Helfta)

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