WENN DU MICH ANBLICKST

“Verborgen bleibt mir mein Dasein, bis Du mich anblickst, Gott, und meine Finsternis so hell wird wie der Mittag.” (Heiliger Augustinus)

Erst im Blick des Vaters auf uns erfassen wir unsere wahre Bestimmung als Menschen. Es ist so, wie es der Heilige Augustinus beschreibt.

Solange wir diesen Blick noch nicht kennen, suchen wir häufig auf verschiedensten Wegen nach unserer Identität und setzen mehr ein Bild von uns zusammen, als daß es sich organisch nach dem Willen Gottes entfalten würde.

Wer sind wir? Was sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir?

Weiterlesen

Gottesliebe und Sorglosigkeit

Mt 6,24-34

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, daß ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, daß ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Weiterlesen

DER FINSTERNIS DIE BEUTE ENTREISSEN

“Nun, da ich euch dieses Licht schenke, sollt ihr im Licht bleiben und das Licht zu allen tragen. Dies wird ein sehr wirksames Mittel sein, viele Bekehrungen zu erlangen und auch, wenn möglich, die Pforte zur Hölle zu verschließen.” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio).

Das Licht, von dem unser Vater spricht, ist die Offenbarung an Madre Eugenia. Deshalb sei es allen ans Herz gelegt, immer wieder in diesem Büchlein zu lesen, das einen tiefen Einfluß auf unser Herz zu nehmen weiß, wenn wir die Worte unseres Vaters einlassen.

In den vorhergehenden Betrachtungen haben wir gehört, daß sich der Herr auf diesem Weg mitteilen möchte, um uns seine Liebe zu uns noch tiefer verstehen zu lassen. Sie ist das Licht, in dem wir wandeln sollen. Wenn wir der Einladung Gottes folgen und in einem innigen, vertrauten Verhältnis mit ihm leben – also Tag für Tag im Licht unseres Vaters bleiben –, dann verspricht unser Vater, daß es möglich ist, viele Bekehrungen zu erlangen.

Weiterlesen

Das Martyrium des heiligen Johannes des Täufers

Unter unseren derzeitigen Missionsumständen wiederholen wir manchmal auch Betrachtungen, die noch nicht lange zurückliegen. Die heutige Ansprache vom Jahr 2025 zum Martyrium des Täufers ist es wert, noch einmal gehört zu werden!

Jer 1,17-19

In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda, erging das Wort des Herrn an mich: Du aber gürte dich, tritt vor sie hin und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken. Ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen die Bürger des Landes. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des Herrn.

Weiterlesen

UNSER VATER WILL UNSERE LIEBE ZU IHM REINIGEN

“Ich komme, um die Liebe, die ihr mir entgegenbringt, die aber durch eure Angst verfälscht ist, zu bereinigen.” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio).

Die Liebe zu unserem himmlischen Vater sollte aus einem freien und vertrauenden Herzen kommen. In der Verkündigung in unserer Kirche wurden früher vielleicht manchmal über das Maß hinaus die Konsequenzen betont, die ein sündiges Leben nach sich zieht. Dadurch kann sich Angst in die Beziehung zu Gott einnisten, die den Zugang zum wahren Bild Gottes erschwert oder dieses Bild gar verfälscht. Die immer wiederkehrenden Hinweise im Vaterbüchlein legen das nahe, gerade auch der obige Satz. Ihm geht im Büchlein unmittelbar voraus, daß der Vater betont, die Missionare würden von Gott sprechen, wie sie ihn selbst zu kennen meinen. Er sagt sehr deutlich: “Ich versichere euch, ihr kennt mich nicht so, wie ich bin.”

Weiterlesen

In der Liebe des Ewigen

“Ich bin der Ewige und habe die Zeit in meinen Händen.” (Inneres Wort)

Es ist ein Wort, das uns Ruhe und Gelassenheit schenken möchte. Dies ist besonders wichtig inmitten der unruhigen Zeiten, in denen Welt und Kirche gemeinsam wie ein richtungsloses großes Schiff auf dem großen Ozean treiben. Das Steuer wirkt blockiert. Zudem sind Lecks im Schiff nicht zu übersehen, die das Wasser eindringen lassen. Ein menschlicher Kapitän, der mit dieser Situation umzugehen wüßte, ist weit und breit nicht zu sehen! Weiterlesen

Eine wahre Bekehrung

Wenn es auch bei den Augustinern ein eigenes Fest der Bekehrung des heiligen Augustinus gibt, so ist dieses Fest des Heiligen ein guter Grund, an seine so ergreifende Bekehrung zu denken. Sie liest sich immer wieder neu, ähnlich wie die tief bewegende Bekehrung des Heiligen Paulus. Deshalb lassen wir ihn heute selbst zu Wort kommen.

Für Augustinus bedeutete die Bekehrung, einen längeren Weg mit vielen Auseinandersetzungen zu gehen. Besonders schwierig war es für ihn, die Begierlichkeit des Fleisches zu überwinden.

Die folgenden Zeilen sind seinen “Bekenntnissen” entnommen (8. Buch, Kapitel XI und XII) und geben einen bewegenden Einblick in die entscheidenden Momente seiner Bekehrung.

“Zurück hielten mich die Nichtigkeiten und Eitelkeiten, meine alten Freundinnen. Sie zerrten mich am Mantel meines Fleisches und flüsterten mir zu: »Was, du willst uns verlassen? Von dem Augenblick an werden wir nicht mehr bei dir sein in Ewigkeit. Von dem Augenblick an wird dir dies und jenes nicht erlaubt sein in Ewigkeit«. Welche Bilder brachten sie mir vor die Seele in dem »dies und jenes«! Welche Bilder, o mein Gott! Deine Barmherzigkeit wende sie ab von der Seele deines Dieners! […]

Weiterlesen