Tag 7: »Im Heiligen Geist dem Bösen widerstehen«

Heute ist der siebte Tag auf unserem Weg zum heiligen Osterfest. In der Tageslesung des Vetus Ordo ergeht der Ruf des Herrn zur Umkehr an uns:

“Sucht den Herrn, solange er sich finden läßt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herrn, damit er Erbarmen hat mit ihm, und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen. (Jes 55,6–7)

Auch wenn wir hoffen, daß unsere Gedanken und Handlungen niemals ruchlos oder frevlerisch werden – Gott bewahre! –, so besteht doch immer der Ruf, tiefer zu Gott umzukehren und alles zu verlassen, was uns von seiner Liebe trennen kann. Auch wenn wir mit dem Erbarmen und der Geduld Gottes rechnen dürfen, richtet sich der bleibende Ruf des Herrn zur Umkehr an unseren freien Willen, den er uns selbst geschenkt hat. Der Herr möchte unsere Antwort, damit er seine Wege mit uns gehen kann, die oft anders sind als die unsrigen, wie wir es im Text des Propheten Jesaja hören:

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WENN DIE MENSCHEN DOCH AUF DICH HÖRTEN!

“Ich werde sie weiden, wie es recht ist!, spricht Gott der Herr.” (Ez 34,16)

Diese wunderbaren Worte hast Du, geliebter Vater, zu Deinem Volk Israel gesprochen und darin Deine tiefe Liebe zu Deinem Erstgeborenen zum Ausdruck gebracht. Du warst Deinem Volk gegenüber immer treu, obwohl es so oft vom Weg abgekommen ist. Manchmal mußtest Du es mit strenger Hand wieder zurückführen und es an den Bund erinnern, den Du mit ihm geschlossen hattest.  Doch immer warst Du bereit zu vergeben, ihrer Sünden nicht mehr zu gedenken, wenn sie nur bereit waren, auf Dich zu hören!

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Tag 6: »Der Hirtendienst Gottes und die Einladung an uns«

Heute, am sechsten Tag unserer Fastenreise, erreichen uns tröstende Worte. Gott selbst, der unser Hirte ist, will sich um die Seinen kümmern. Zwar beziehen sich die Worte des Propheten Ezechiel (Ez 34,11–16) zunächst auf das Volk Israel, doch lassen sie uns auch die göttliche Güte erkennen, die sich auf alle Menschen ausdehnt, die in der Zerstreuung leben. Wir können sie auf all jene anwenden, die ihr Zuhause in Gott verloren haben und so im Geist und in der Seele zerstreut leben. Sie mögen die Worte des Herrn hören:

“Ich selbst will meine Herde weiden und ich selbst werde sie lagern lassen, spricht Gott der Herr. Was verloren war, werde ich aufsuchen, was versprengt war, zurückführen, was gebrochen ist, verbinden, was schwach ist, werde ich kräftigen; was fett und stark ist, werde ich behüten. Ich werde sie weiden, wie es recht ist!, spricht Gott, der Herr. (Ez 34,11.16)

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Tag 5: »Die Gnade nutzen und den Teufel abwehren«

Wir ermahnen euch, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt. Denn er spricht: Zur Gnadenzeit erhöre ich dich, am Tag des Heils helfe ich dir. Seht, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils. (2 Kor 6,1-2)

Mit dieser Mahnung empfängt uns der Apostel Paulus am ersten Fastensonntag und schickt uns weiter auf unseren Weg in dieser heiligen Zeit. Ursprünglich begann die Fastenzeit erst an diesem Sonntag. Er gilt sozusagen als zweites Eingangstor nach dem Aschermittwoch in diese große Zeit der Buße. Wenn wir dieses Bild aufnehmen, dann steht über dem Tor geschrieben: Nutze die Zeit der Gnade!

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Tag 4: »Die Selbstverständlichkeit des Handelns Gottes«      

Heute, am vierten Tag unseres Fastenweges, unterstreicht der Herr in der Lesung aus dem Propheten Jesaja noch einmal die Wichtigkeit des rechten Handelns gegenüber dem Nächsten und des Einhaltens seiner Gebote. Wenn wir das befolgen, dann zieht der wahre Friede in unsere Seele ein. Der Prophet Jesaja verheißt uns: “Du wirst sein wie ein wasserreicher Garten, wie eine Quelle, deren Wasser nicht versiegt […]. Dann wirst du Freude haben am Herrn, und ich will dich über die Höhen der Erde erheben. (Jes 58,11b.14a)

Es ist allein das rechte Tun und die Beachtung der Gebote Gottes, die dem Menschen wahren Frieden bringen und ihn befähigen, selbst Frieden zu stiften. Wenn wir in der Gnade leben, also ein wasserreicher Garten sind, dann wachsen auch die entsprechenden Früchte. Wie könnte es Frieden geben, wenn wir aufgrund der Sünde gegen unsere innere Wahrheit und im Widerspruch zu Gott leben? Deshalb ist der Ruf zur Umkehr immer vorrangig, sei es, daß wir vom Weg abgewichen sind und zu Gott zurückfinden müssen, sei es, daß wir in der Nachfolge Christi nachlässig geworden sind und nicht genügend mit der uns anvertrauten Gnade mitgewirkt haben.

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