GOTT, DER HERR, WISCHT DIE TRÄNEN AB

“Er wird den Tod auf ewig vernichten, und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Antlitz abwischen.” (Jes 25,8)

Lieber Vater, der Tag, an dem Du uns durch die Liturgie Deiner Kirche an das große Werk erinnerst, das Du durch Deinen Sohn vollbracht hast, kommt nun näher. Dort auf Golgotha hast Du den Tod für immer vernichtet. Die Tränen werden abgewischt, denn jeder Mensch kann zum ewigen Leben gelangen, wenn er an Deinen Sohn glaubt und Deine Liebe erkennt.

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“Aspekte der freiwilligen Armut und Ausblick auf die Fastenzeit”

Heute möchte ich die Betrachtungen über einige Aspekte der evangelischen Räte und ihre Bedeutung für die Jünger des Herrn, die in der Welt leben, abschließen. In der Tat ist die freiwillige Armut um des Herrn willen nicht ganz so einfach auf Menschen in der Welt anwendbar, denn, sie kann sehr radikale Züge annehmen, wie sie sowohl aus dem Neuen Testament als auch aus der Geschichte der Kirche bekannt sind.

Denken wir nur an die Gütergemeinschaft in der frühen Kirche, wie sie uns in der Apostelgeschichte berichtet wird (vgl. Apg 2,44–45), oder an Einsiedler und klösterliche Gemeinschaften, die dieses Ideal verwirklicht haben, indem sie alles um der Nachfolge Christi willen verlassen und ihren Besitz den Armen gegeben haben! Das ist ein ungemein wertvoller Ruf. Gebe Gott, daß ihn noch viele Berufene hören und daß es Gemeinschaften gibt, die ihn auch heute verwirklichen!

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NEIGE DEIN OHR!

“Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir! Hört, dann werdet ihr leben!” (Jes 55,3)

Um empfangen zu können, was der Vater uns schenken will, kommt es auf unser gutes Hören und auf unsere ungeteilte Aufmerksamkeit an. »Das Ohr neigen« bedeutet, mit dem Herzen zu hören, genau zu wissen, was der liebende Vater uns zu sagen hat, und seine Absichten zu erforschen, indem wir mit völlig hörbereitem Vertrauen zu ihm kommen, um ihn zu verstehen. Auf diesem Weg entsteht wahres Leben, denn es findet ein Austausch der Liebe statt. Er, unser Vater, der spricht, ist die Liebe, und der Mensch, der hören soll, wurde von dieser Liebe ins Leben gerufen.

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Der Gehorsam im geistlichen Kontext

Nachdem wir uns in den letzten beiden Ansprachen mit dem evangelischen Rat der Keuschheit befaßt haben, möchte ich heute auch über allgemeine Aspekte des geistlichen Gehorsams sprechen, wie er für uns alle auf dem Weg der Nachfolge Christi wichtig ist. Ich hoffe, diese Reflexion kann ein wenig helfen, den geistlichen Gehorsam lieben zu lernen!

Wie uns die Bedeutung des Wortes nahelegt, hat Gehorsam etwas mit Hören zu tun, genauer gesagt mit Hinhören, Aufmerken, Zuhören und Lauschen, also mit dem richtigen Hören mit ganzer Zuwendung zu dem der zu uns spricht.

Als Gott sich durch Mose an sein Volk wandte, sprach er: “Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig” (Dtn 6,4).

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DIE HEILIGEN FAUSTINUS UND JOVITA: »Im Besitz eines besseren und bleibenden Guts«      

Hebr 10,32-38

Erinnert euch aber der früheren Tage, in welchen ihr nach eurer Erleuchtung einen schweren Kampf der Leiden bestanden habt, indem ihr bald durch Beschimpfung und Drangsale selbst zum Schauspiele wurdet, bald Genossen derer, die ein solches Schicksal traf. Denn ihr habt sowohl Mitleid gegen die Gefangenen geübt, wie den Raub eurer Habe mit Freuden hingenommen, da ihr erkanntet, daß ihr ein besseres und bleibendes Gut besitzet. So verlieret denn eure Zuversicht nicht, welche einen großen Lohn hat. Denn Ausdauer ist euch vonnöten, damit ihr durch Erfüllung des Willens Gottes die Verheißung erlanget. Denn nur noch eine ganz kleine Weile, und der da kommen soll, wird kommen und nicht verziehen. Mein Gerechter aber lebt aus dem Glauben; wenn er sich jedoch zaghaft zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.

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Die Keuschheit als Wächterin der ursprünglichen Schönheit der Seele

Wir setzen die gestern begonnene Betrachtung über die Tugend der Keuschheit fort.

In einer Zeit, die von ständiger Reizüberflutung geprägt ist, ist jedoch für alle ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit erforderlich, um die Tugend der Keuschheit zu schützen. Dies gilt sowohl nach außen als auch nach innen.

Die Heilige Schrift macht uns darauf aufmerksam, daß unser Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist.

“Meidet die Unzucht! Jede Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!” (1 Kor 6,20)

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