Jetzt bist Du da, Du göttliches Kind!
Was hat Dich bewogen, zu uns zu kommen, in eine feindselige Welt?
Es kann nur Deine unbegreifliche Liebe zu unserem himmlischen Vater sein,
seine und Deine Liebe zu uns Menschen.
Wer kann das begreifen?
Jetzt bist Du da, Du göttliches Kind!
Was hat Dich bewogen, zu uns zu kommen, in eine feindselige Welt?
Es kann nur Deine unbegreifliche Liebe zu unserem himmlischen Vater sein,
seine und Deine Liebe zu uns Menschen.
Wer kann das begreifen?
Ein Kind wird uns geboren, und man nennt ihn: »Starker Gott« (vgl. Jes 9,5).
In ihm werden sich segnen alle Völker der Erde (vgl. Gen 22,18).
Eigentlich warten alle Menschen auf ihn – auch wenn sie es nicht wissen,
denn wir sind auf ihn hin geschaffen (vgl. Kol 1,16b).
“Sucht die Nähe Gottes, dann wird er sich euch nähern!” (Jak 4,8)
Bei jeder wahren Liebe sucht man die Nähe der geliebten Person. Gott selbst beschenkt uns stets mit seiner Gegenwart und Nähe. Er sucht den Menschen und will bei ihm sein. Doch es gehört auch dazu, daß der Mensch die Nähe Gottes sucht, daß er ihm sein Herz öffnet, sich nach ihm ausstreckt. Dann wird er die Nähe des geliebten Vaters immer mehr wahrnehmen, die sich seinem geöffneten Herzen mitteilt.
“Ich führe dich immer den besten Weg, den Weg, der am meisten dient.” (Inneres Wort)
Wenn wir unserem Vater bewußt unser Leben übergeben haben und uns täglich in der Nachfolge seines Sohnes um Heiligkeit bemühen, brauchen wir uns keine Sorgen über unseren weiteren Weg zu machen. Es gilt, ihn lediglich Tag für Tag aufmerksam zu gehen, in dem Wissen, daß Gott auf allen Ebenen immer den für uns angemessenen Weg wählt – eben jenen, der uns am meisten dient.
Mit dem Kind kommt eine neue Zeit, die Stunde der Gnade.
Alle sind gerufen, alle eingeladen, sie zu empfangen.
Gott macht es uns leicht, zu ihm zu kommen.
Die Zärtlichkeit des Kindes verkündet: »Habt keine Angst, ich bin da!«
Was will uns der Herr damit sagen, daß er nicht in einem Königspalast, umgeben von irdischem Reichtum, sondern in einer armseligen Grotte in Bethlehem geboren wurde?
Erinnern wir uns an das Wort Jesu: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt” (Joh 18,36c)!
Die Ersten, welche die frohe Botschaft der Engel vernahmen, waren einfache Hirten (vgl. Lk 2,8–14).
Ja, dieses Reich unterscheidet sich von all den anderen Reichen dieser Welt, die der Satan Jesus in der Wüste angeboten hat (vgl. Mt 4,8–9).
Keiner ist von diesem Reich ausgeschlossen. Es genügt, die Botschaft des Glaubens anzunehmen.
“Sei wie eine Brunnenschale, die zuerst das Wasser in sich sammelt und es dann überfließend weitergibt.” (Bernhard von Clairvaux)
Der heilige Bernhard verweist darauf, daß der Schwerpunkt zunächst auf den eigenen Weg der Heiligkeit gelegt werden sollte, der dann große Frucht bringen wird, wenn die Gnade Gottes reichhaltig in uns wirksam wird. Das werden alle geistlichen Lehrer bestätigen, und es ist völlig folgerichtig: “Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund” (Lk 6,45).