DER LANGE WEG NACH BETHLEHEM – TAG 2: »Gott liebt uns seit Ewigkeit«

Der erste Schritt auf unserem Adventsweg besteht darin, den Gedanken von der gütigen Vorsehung Gottes tief zu verinnerlichen. Dieser Gedanke läßt uns besser verstehen, wie uns die Liebe Gottes ins Leben gerufen hat und wie sie uns mit ihrer immerwährenden Gegenwart beschenkt. Wir sind kein Zufallsprodukt oder eine Laune der Natur, die kommt und geht und sich wieder ins Nichts auflöst. Nein! Gott hat uns geschaffen, um uns Gemeinschaft mit ihm zu schenken und uns Anteil an seiner Fülle zu geben (vgl. Eph 1,4–6). Der Herr sagt:

“Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!” (Jes 43,1)  Weiterlesen

DER HEILIGE CUTHBERT MAYNE: »Märtyrer des katholischen Glaubens im anglikanischen England«

Große Not entstand in England und Wales, als sich König Heinrich VIII. im Jahr 1531 von Rom trennte und die »Church of England« gründete. Unter Elisabeth wurde es noch schlimmer. Die Katholiken wurden als Staatsfeinde behandelt und verfolgt. Da es keine katholischen Bischöfe mehr gab, konnten keine Priester mehr geweiht werden. Die Kirche, die einst in England eine starke Stellung innehatte, schien zum Aussterben verurteilt zu sein.

Doch Gott ließ es nicht so weit kommen.

Dr. Allen, ein Priester, der selbst aus England flüchten mußte, konnte in Douai (Frankreich) ein Seminar gründen, um Priester auszubilden, die dann als Missionare nach England gesandt wurden. Es mußten starke Berufungen sein, denn dort erwartete sie oft Verfolgung und Tod. Dr. Allen selbst schrieb Bücher zur Verteidigung des wahren Glaubens.

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DER HEILIGE STEPHANUS, DER JÜNGERE: »Ein Opfer des Ikonoklasmus«

Bevor wir mit der Geschichte unseres Heiligen beginnen, eine kurze Erklärung über den Ikonoklasmus.

Ausgehend vom Glaubensbekenntnis des Konzils von Chalcedon entstand in der Ostkirche ein Streit, ob Christus auf Ikonen dargestellt werden dürfe. Unter Einfluß der islamischen Lehre der Unverfügbarkeit Gottes argumentierten die Bildergegner, Christus als wahrer Gott sei nicht darstellbar und eine Ikone betone zu stark die Menschheit Christi. Die Verfechter der Ikonen argumentierten dagegen, daß der Geist Gottes selbst die bildliche Darstellung durchdringe. Im Jahr 726 verbot Kaiser Leo III. die Ikonen und befahl ihre Vernichtung in allen Kirchen und Klöstern.

Die Bildergegner bezogen sich auf das Gebot, daß man keine bildliche Darstellung von Gott machen darf. Dieser Streit dauerte nahezu hundert Jahre an und wurde verbissen geführt, bis die Kirche verbindlich festlegte, daß Ikonen vom Herrn und von Heiligen verehrt werden dürfen.

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DER HEILIGE BARLAAM UND JOSAPHAT: »Der wahre König«

Zum Ausklang des Kirchenjahres möchte ich noch über zwei Heilige berichten, die uns heute wahrscheinlich weniger bekannt sind. Deren Lebensgeschichte war im Mittelalter jedoch so beliebt, daß gesagt wird, sie sei manchen vertrauter gewesen als die Heilige Schrift.

Es handelt sich um den heiligen Einsiedler Barlaam und den indischen Königssohn Josaphat. Der um 650 geborene Kirchenvater Johannes von Damaskus gilt als Autor ihrer Geschichte.

In den alten indischen Chroniken wird berichtet, daß sich einige Einsiedler aus der Wüste Thebais bis in das Land der Hindus begaben und dort Christus-Bekenner aus allen Kasten gewannen. Viele von ihnen widmeten sich, wie ihre Apostel aus Ägypten, in der Einsamkeit der göttlichen Beschauung. Ihre Zahl war nicht gering, und auch die Fürsten begannen, der neuen Religion ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Da erhob sich Abener, ein mächtiger König Indiens, dessen Reich an den Grenzen Persiens lag, und verfolgte die Christen. Er ehrte die indische Gottheit Brahma und verschmähte keine Blume sinnlicher Vergnügungen. So reich sein Staatsschatz auch war und seine Kleidung von Gold und Edelsteinen strotzte, so arm war seine Seele an Weisheit.

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Das Menetekel

Dan 5,1-6.13-14.16-17.23-28

In jenen Tagen gab König Belschazzar ein großes Gastmahl für seine Großen; es waren tausend Menschen, und zusammen mit den Tausend sprach er dem Wein zu. In seiner Weinlaune nun ließ Belschazzar die goldenen und silbernen Gefäße holen, die sein Vater Nebukadnezzar aus dem Tempel in Jerusalem mitgenommen hatte. Jetzt sollten der König und seine Großen, seine Frauen und Nebenfrauen daraus trinken. Man holte also die goldenen Gefäße, die man aus dem Tempel des Gotteshauses in Jerusalem mitgenommen hatte, und der König und seine Großen, seine Frauen und Nebenfrauen tranken daraus. Sie tranken Wein und lobten die Götter aus Gold und Silber, aus Bronze, Eisen, Holz und Stein. In derselben Stunde erschienen die Finger einer Menschenhand und schrieben gegenüber dem Leuchter etwas auf die weißgetünchte Wand des königlichen Palastes.

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DIE HEILIGE KATHARINA VON ALEXANDRIEN: »Ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben«

Heute werfen wir einen Blick auf die heilige Katharina von Alexandrien, die im dritten bis ins frühe vierte Jahrhundert lebte. Als einzige Tochter des heidnischen Königs Costus erhielt sie eine gute Ausbildung. Schon in jungen Jahren wurde sie Christin.

Als sie hörte, daß Kaiser Maxentius das gesamte Volk nach Alexandrien zitierte, um dort den Göttern zu opfern, eilte sie dorthin, wo die Christen sich befanden, die in großer Todesfurcht zu den Opfern geführt wurden.

Mutig suchte Katharina den Kaiser auf und sprach zu ihm:

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