Vorbemerkung: Diese Vaterbetrachtung steht im Zusammenhang mit der heutigen Ansprache und ist möglicherweise nur in Verbindung mit dieser ganz verständlich: https://elijamission.net/
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Tag 2: “In der Schule des Gebets”
Nachdem wir durch die Türe des Aschermittwochs gegangen sind, führt uns der Text des Vetus Ordo zunächst zum Propheten Jesaja (Jes 38,1–6). Dieser hatte dem todkranken König Ezechias (in neueren Übersetzungen: König Hiskija) eine für ihn traurige Botschaft mitzuteilen: “So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht leben!”
Der König zeigte sich von der Botschaft sehr erschüttert und war offensichtlich noch nicht bereit, zu sterben. Vielleicht dachte er an die im Bund niedergelegten Verheißungen eines langen und segensvollen Lebens. Sein Schmerz mag umso größer gewesen sein, daß er ohne Thronerben sterben sollte. Weiter heißt es:
“Ezechias aber wandte sein Angesicht zur Wand und betete zum Herrn und sprach: Ich flehe dich an, Herr! Gedenke doch, wie ich vor Dir in Wahrheit und mit ganzem Herzen wandelte und tat, was in Deinen Augen gut ist. Und Ezechias brach in lautes Weinen aus.”
EIN GEHEIMNIS DER LIEBE
EIN HINWEIS: Während der 40-tägigen Fastenzeit stehen die Vaterbetrachtungen in einem inhaltlichen Zusammenhang mit den täglichen Schriftauslegungen (https://elijamission.net/).
“Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten” (Mt 6,4b).
SANCTA QUADRAGESIMA – DIE GROSSE FASTENZEIT: Tag 1: “Der Weg beginnt”
Hinführung
Die »Sancta Quadragesima«, die heilige Fastenzeit, nimmt innerhalb des Kirchen-jahres einen besonderen Platz ein. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Vierzig Tage und Nächte lang machen sich die Gläubigen auf den Weg zu einer tieferen Umkehr, um sich auf das heilige Osterfest vorzubereiten.
Vierzig Tage und Nächte dauerte die Sintflut. Vierzig Jahre mußten die Israeliten durch die Wüste wandern und ausharren, bevor sie in das Gelobte Land einzogen. Vierzig Tage fastete Mose, bevor er das Gesetz für sein Volk empfing. Der Prophet Elija pilgerte unter vierzigtägigem Fasten zum Berg Horeb. Vierzig Tage und Nächte fastete unser Herr Jesus Christus, bevor er öffentlich verkündigte und sich als der Sohn Gottes zu erkennen gab.
GOTT, DER HERR, WISCHT DIE TRÄNEN AB
“Er wird den Tod auf ewig vernichten, und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Antlitz abwischen.” (Jes 25,8)
Lieber Vater, der Tag, an dem Du uns durch die Liturgie Deiner Kirche an das große Werk erinnerst, das Du durch Deinen Sohn vollbracht hast, kommt nun näher. Dort auf Golgotha hast Du den Tod für immer vernichtet. Die Tränen werden abgewischt, denn jeder Mensch kann zum ewigen Leben gelangen, wenn er an Deinen Sohn glaubt und Deine Liebe erkennt.
“Aspekte der freiwilligen Armut und Ausblick auf die Fastenzeit”
Heute möchte ich die Betrachtungen über einige Aspekte der evangelischen Räte und ihre Bedeutung für die Jünger des Herrn, die in der Welt leben, abschließen. In der Tat ist die freiwillige Armut um des Herrn willen nicht ganz so einfach auf Menschen in der Welt anwendbar, denn, sie kann sehr radikale Züge annehmen, wie sie sowohl aus dem Neuen Testament als auch aus der Geschichte der Kirche bekannt sind.
Denken wir nur an die Gütergemeinschaft in der frühen Kirche, wie sie uns in der Apostelgeschichte berichtet wird (vgl. Apg 2,44–45), oder an Einsiedler und klösterliche Gemeinschaften, die dieses Ideal verwirklicht haben, indem sie alles um der Nachfolge Christi willen verlassen und ihren Besitz den Armen gegeben haben! Das ist ein ungemein wertvoller Ruf. Gebe Gott, daß ihn noch viele Berufene hören und daß es Gemeinschaften gibt, die ihn auch heute verwirklichen!
NEIGE DEIN OHR!
“Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir! Hört, dann werdet ihr leben!” (Jes 55,3)
Um empfangen zu können, was der Vater uns schenken will, kommt es auf unser gutes Hören und auf unsere ungeteilte Aufmerksamkeit an. »Das Ohr neigen« bedeutet, mit dem Herzen zu hören, genau zu wissen, was der liebende Vater uns zu sagen hat, und seine Absichten zu erforschen, indem wir mit völlig hörbereitem Vertrauen zu ihm kommen, um ihn zu verstehen. Auf diesem Weg entsteht wahres Leben, denn es findet ein Austausch der Liebe statt. Er, unser Vater, der spricht, ist die Liebe, und der Mensch, der hören soll, wurde von dieser Liebe ins Leben gerufen.
