PATER NOSTER (V)

“Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden” (Mt 6,10).

Des Vaters heiliger Wille ist die Speise unseres Herrn Jesus Christus (Joh 4,34). Der Herr drückt mit diesem Wort die Freude und Selbstverständlichkeit aus, den Willen seines Vaters zu tun. Das ist sein Leben!

Das gilt auch für die schwere Stunde in Gethsemane, als die Seele des Herrn zu Tode betrübt war (Mt 26,38). Doch die Erfüllung des Willens des Vaters stand für den Sohn Gottes nie in Frage: “Nicht wie ich will, sondern wie Du willst!” (Mt 26,39). Und später sagt er zu Petrus: “Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat – soll ich ihn nicht trinken?” (Joh 18,11).

Weiterlesen

Reflexionen zur Fastenzeit: »Abschluß der Reflexionen«

Heute führe ich die Reflexionen zur Fastenzeit zu Ende, mit denen ich nach der Auslegung des Johannesevangeliums begonnen habe, um uns für das heilige Osterfest zuzurüsten.

Eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Reflexionen mag dienen, das Wesentliche in den Blick zu nehmen. Dann wenden wir uns wieder dem Johannesevangelium zu, welches uns den Tod des Herrn und seine Grablegung berichten wird.

Der Begriff »discretio«, den ich von den Wüstenvätern aufgenommen habe und der im kirchlichen Sprachgebrauch »Unterscheidung der Geister« bedeutet, hat uns in seiner konkreten Anwendung sowohl auf die kirchliche und weltliche Situation aufmerksam gemacht, als auch auf die kluge Führung des geistlichen Lebens.  Durch die Betrachtung der geistlichen Waffenrüstung aus dem Epheserbrief wurde deutlich, daß wir in einen geistlichen Kampf einzutreten haben. Dieser geht über den persönlichen Bereich hinaus, besonders wenn wir Bedrohungen wahrnehmen, die durch antichristliche Mächte sowohl in der Welt als auch in der Kirche gegenwärtig sind.

Weiterlesen