Das ist Father Davids Stimme,  der auf meine Bitte hin einen priesterlischem Segen für unserer Gemeinschaft sang!

Vom Freitagabend, 30.5. bis zum Sonntag, d. 1. Juni hatten wir Besuch aus Rußland.

Es waren Father David vom orthodoxen Kloster der Insel Valaam. Er ist verantwortlich für den großen Chor des Klosters und Stellvertreter des Abtes.
Father David wurde von seinem Bruder Georg begleitet und von seiner geistlichen Tochter Soya, die für uns übersetzte. Der Kontakt kam über Sr. Elisaveta (Yulia) zustande, jene russische Schwester der hiesigen orthodoxen Dreifaltigkeitskirche, die jetzt in Sibirien ist und besonders mit Johanna Kontakt hatte. Im letzten Jahr waren Yulia, Zoya und die Mutter von Father David bei einem Konzert der „Harpas“ und am darauffolgenden Tag bei uns zu Besuch und fragten am Ende, ob uns denn Father David im kommenden Jahr besuchen könnte.
Wir willigten ein und so kam es dann in diesem Jahr zustande.

Father David ( Alter 35-40?) entpuppte sich als ein echter „Harpaverehrer.“Gleich zu Beginn erzählte er mir, daß er sich bei seinem letzten Urlaub ganz in die Einsamkeit zurückgezogen hat, um mit einem Mönch zusammenzusein, der sehr asketisch und zurückgezogen lebt. Diesem hat er die erste Harpa-CD hören lassen. Der Mönch war sehr von den Gesängen angetan und sagte, daß es eine Musik sei, die aus dem Herzen kommt und gab das wieder, was auch Father David selbst immer wieder betonte. Sie spüren die Liebe in den Harpagesängen! Davids Lieblingslied ist übrigens Vanil meum!

Das Zusammenleben mit Father David und George war sehr brüderlich. Ich teilte mit ihnen mein Zimmer und Zoya war oben bei den Schwestern. Sie besuchten intensiv die geistlichen Stätten in Jerusalem, aber wir hatten auch immer wieder Zeit zu Gesprächen und zum gemeinsamen Gebet. Ein Höhepunkt war die Apokalypse, die wir in der katholisch-armenischen Kirche sangen. Father David übernahm vier Kapitel und sang sie sehr schön. So wurde die Apokalypse mit der Intention der Einheit von Katholiken und Orthodoxen in vier Sprachen dem Herrn dargebracht (Deutsch, Espagnol, Altrussisch (Kirchenslawisch) und Hebräisch (Mascha). Es ist unschwer zu erkennen, daß sich hier konkret etwas ereignete, was im Gefolge des Papstbesuches und des Treffens mit dem orthodoxen Patriarchen geschah. Praktizierte Ökumene wie wir sie ganz bejahen können! Eine starke Brücke dafür ist die heilige Musik!

George, der ältere Bruder von Father David ist Familienvater und diente in der russischen Armee. Jetzt versieht er für die Kirche einen Sicherheitsdienst. Zoya lebt wie eine Schwester in der Nähe des Klosters Valaam (nicht weit weg von Finnland) und verrichtet Dienste für das Kloster und besonders auch für Father David!

Wir erfuhren einiges über das Leben des Klosters und ich las über die bewegte Geschichte dieser Klosterinsel, die man auch als „Nordathos“ bezeichnet. Ich bedankte mich, daß die Orthodoxen den Schatz der Liturgie so gut für die Kirche aufbewahren. David nahm dies dankbar an, fügte jedoch hinzu, daß bei ihnen (der Orthodoxie) die Gefahr bestehen kann, daß man zwar den Schatz der Liturgie bewahrt, aber die Nachfolge Christi nicht richtig im Geist lebt.
Er wird wissen von was er spricht!
Jedenfalls fiel mir auf, daß er wiederholt von der Notwendigkeit des inneren Weges sprach. Nun, das konnte ich mehr als gut verstehen! Kritisch äußerte er sich, daß viele Menschen, die jetzt neu in die Kirche kommen demokratische Ideen mitbringen und die Hierarchie nicht richtig verstehen. Auch dieses Leid ist mir verständlich. Überhaupt kann man sagen, daß es viele Übereinstimmungen gab, die sicher auch von der konkreten Form der Nachfolge Christi herkommen und ein Selbstverständnis entstehen lassen, welches nicht in allzu viele Worte gekleidet werden muß: „eine Ökumene des geistlichen Lebens“!

Es sieht ganz so aus, als möchte der Herr den Kontakt weiterführen. So bekamen wir eine Einladung nach Valaam, der wir im kommenden Jahr entsprechen möchte. Wir konkretisierten den Termin auf Juli 2015, weil wir wahrscheinlich schon zuvor auf einer Konzertreise durch Litauen und Latvia sind und im August gerne in Ecuador sein möchten, wenn unser Bruder Benedikt geweiht wird!
Father David machte uns darauf aufmerksam, daß es um diese Zeit eine besondere Veranstaltung für orthodoxe Chöre gibt (auch Mönche aus Athos!) und er möchte uns damit in Verbindung bringen.

Seine besondere Zuneigung zu den „Harpas“ konnte man am Schluß wieder heraushören. Er sagte, daß wir in Rußland wunderbare und außergewöhnliche Stimmen hören werden, die „Harpas“ aber würden die Liebe bringen. Ihr könnt Euch vorstellen, daß ich über solche Aussagen sehr froh bin. Sie unterstreichen meine innere Wahrnehmung von dem Wert des „Harpagesanges“, der offensichtlich eine apostolische Dimension besitzt, die bei einem so musikliebenden Volk wie den Russen Brücken bauen wird und auch schon errichtet!

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Zoya and Marie-Elisée

Zum Schluss noch eine sms, die ich gerade beim Schreiben dieser Zeilen von Zoya erhielt. Ich belasse sie in englischer Sprache.

Dear father and sisters, I am in the plane back to Russia and my heart is filled with quiet joy which usually comes with love. So much greatful to our God for you and this.Happy we are that we all can stay togethet in the spirit. Looking forward seeing you in our place ….. Zoya

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: In gemeinsamer Überlegung mit unseren orthodoxen Geschwistern habe ich beschlossen, daß Nicolai ab sofort die russische Sprache erlernen soll. Er wird von mir weitere Instruktionen erhalten. Father David gab dazu schon einen guten Ratschlag und Zoya bot über Internet ihre Hilfe an.

Dank dem Herrn für diese Begegnung und möge sie weiter reiche Frucht bringen! Danke auch für Euer Gebet und Mittragen!

Elija aus Jerusalem