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Kaum waren Marie-Elisée und ich in Jerusalem angekommen, stand schon das Kommen der Ecuadorpilger an. Gerade hatten wir wenig Zeit verbracht, um am Grab des Herrn die Mühen der apostolischen Reise nach Litauen abzugeben hieß es, daß die Pilger aus Ecuador schon unterwegs seien.

Leider gab es einen sehr schmerzhaften Beginn für alle Beteiligten. Mehrere unserer Pilgerfrauen wurden in Quito überfallen und ihres Geldes und der Papiere beraubt.
Ein denkbar problematischer Beginn für diese Reise!
Doch zum Erstauen von Corinna, Marie-Elisée und mir steckten die betreffenden Frauen diesen Überfall sehr tapfer weg und kamen drei Tage später nach Nazareth, wo wir die diesjährigen Pilgerexerzitien begannen.

Am 5. Mai endlich waren dann alle da: eine Gruppe von siebenundzwanzig Pilgern mit teils recht alten Menschen (die älteste war 89)! Unter ihnen waren drei Priester, ein von allen Teilnehmern wahrgenommenes Privileg!

Wir besuchten dieselben Heiligen Stätten, wie wir es auch in den vergangenen Jahren getan hatten. Von Nazareth aus ging es nach Kana, an die Plätze am See von Tiberias mit Kafernaum, Tabgha und dem Berg der Seligpreisungen, auf den Berg Tabor und schließlich über den „Mount of Temptation“ und der Taufstelle im Jordan, nach Jerusalem.

Meine Aufgabe war es geistliche Vorträge zu halten und durch kurze geistliche Impulse die Heiligen Orte noch stärker sprechen zu lassen. Marie-Elisée – diesmal alleine – erklärte die Orte in kultureller und geschichtlicher Hinsicht, war die Übersetzerin für mich und erste Ansprechpartnerin für die Pilger! Corinna hatte wie üblich die Organisation und begleitete die Pilger auf alle Station bis auf das Ende in Bethlehem.

Die Pilger waren religiös und auch spirituell interessiert und gaben vor allem in den Zeiten der Heiligen Messe und des Gebets ein sehr gutes Zeugnis. Nach einigen – wie üblich – Anfangsschwierigkeiten, konnten wir eine Ordnung einhalten, die uns erlaubte die durchaus anspruchsvolle Reise mit der recht großen Gruppe ohne größere Schwierigkeiten durchzuführen. Dabei hoffen wir, daß sich die mehr spirituelle Dimension und ihre Erfordernisse, auch inmitten von allen möglichen Eindrücken und Ablenkungen (besonders in Jerusalem), durchsetzten. Die Balance zwischen der mehr geistlichen Dimension und den vielfachen Erfordernissen einer Reise und ihren menschlichen Aspekten ist nicht so ganz leicht herzustellen. Nicht umsonst sucht man ja für das Gebet mehr stille Plätze und Zurückgezogenheit ….

Ecuadorgruppe 2014 060

In Jerusalem stieß zu unserer Überraschung eine Frau aus Quito, Rozio, hinzu. Sie nutzte ihren Aufenthalt in Rom dazu eine Kurzpilgerschaft ins Heilige Land zu unternehmen und hörte dann zu ihrer Überraschung von uns. So war sie zwei Tage mit uns unterwegs. Später kam noch Maurizio, ein Deutscher der in Sto. Domingo lebt und pilgerte einige Tage mit.

Die letzten zwei Tage waren wir in Bethlehem in einem Haus der Franziskaner gut untergebracht und verbrachten dort noch einige wichtige Stunden an den Heiligen Stätten. Den Abschluß bildete der Besuch im Karmelkloster der hl. Mirjam von Abellin. Dort betete ich noch einmal für alle Pilger wie ich es bereits in Kana gaten hatte.

Die Präsenz der Priester war für uns alle ein Geschenk. Neben der Zelebration der heiligen Messe, in der sie das geistliche Anliegen der Reise durch Predigten unterstützen, waren sie auch jederzeit bereit die Beichte zu hören!

So bleibt mir zum Schluß dieses kurzen Berichtes die Freude zu danken: Gott, daß er uns alle eingeladen hatte diese Reise durchzuführen und so reich beschenkte, Judith und auch Samuel für die Mühen der „Vororganisation“ und Vorbereitung der Pilger in Ecuador, der Gemeinschaft für ihr Gebet.

Besonders danke ich Marie-Elisée und Corinna, sowie den Pilgern, die sich Mühe gaben die ihnen manchmal recht ungewohnte Disziplin einzuhalten.

Wenn wir zum Schluß der Reise die Zeugnisse der Pilger hören, wie sehr sie erfüllt und beschenkt wurden und mit den Vorsätzen ihr christliches Leben noch intensiver zu leben zurückkehren, dann wissen wir, daß sich die Mühe gelohnt hat!

Elija aus Jerusalem am 16. Mai 2014

Pilgergruppde in Ain Karem