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Fruchtbare sechs Tage der Mission in Litauen liegen hinter uns.
Diesmal waren die Aufgaben aufgeteilt.
Während die „Harpas“ sehr viele Heilige Messen mit der „Musica Sacra“ bereicherten, hielt ich zwei Vorträge über Wege der inneren Heilung. Diesmal habe ich erstmals zu einem größeren Publikum außerhalb der Gemeinschaft über die „Tiefenevangelisierung“ gesprochen und die Aufmerksamkeit war sehr groß. Es kamen entscheidende Fragen, die z.B. das Verhältnis der Litauer zu Rußland betreffen und welche Position sie dabei einnehmen. Das war besonders aktuell, weil die angespannte Situation in der Ukraine in mancherlei Hinsicht wohl nicht wenige Litauer an vergangene sowjetische Zeiten erinnert.
Dieses Problem griff auch auf die Gesänge der „Harpas“ über. Sie singen ja sehr viele byzantinische Gesänge in kirchenslawischer Sprache. Das Russische ist dieser Sprache sehr verwandt! Es hieß auf einmal, daß die „Harpas“ keine Gesänge mehr in russischer Sprache singen sollten wegen der Ukraine.
Wir kamen uns vor wie Vögel, deren Flügel gestutzt wurden.

Gerade in der Osterzeit strahlen die byzantinischen Gesänge besonders voller Jubel und Freude. Da wir mit dem Priester des Heiligtums keine gemeinsame Sprache haben, konnten wir zunächst nicht herausfinden, warum denn diese Anordnung kam. Uns war es klar, daß sie einen irrationalen Charakter haben mußte, denn die kirchenslawische Sprache ist nicht die russische Sprache. Sie entstand zeitlich früher und außerdem wird die byzantinische Liturgie in derselben Sprache auch von den ukrainisch-orthodoxen Christen gesungen. Später fanden wir auf indirektem Weg heraus, daß wohl bei der Hauptmesse des Erzbischofs mit den Priestern der Diözese, welche die „Harpas“ sangen, einige ukrainisch-unierte Priester dabei gewesen seien, die sich an unseren „russischen“ Gesängen angeblich gestört haben ….
Es ging offensichtlich nicht vom Priester Vaidas aus, der uns eingeladen und wie immer großzügig finanziell beschenkt hat.

Man könnte nun über dieses Thema viel sagen ….

Als ich dieses Beispiel später in meinem Vortrag nannte, um zu zeigen, wie ungelöste innere Spannungen in Entscheidungen und Haltungen hineinwirken, hatten die Zuhörer in Vilnius ein konkretes Beispiel vor Augen. Es war rührend, daß eine ältere Professorin zu uns kam und sich für die Kirche entschuldigte, weil sie dieses Ansinnen aus mehreren Gründen gar nicht verstehen konnte!

Trotz dieser Einschränkung und obwohl wir damit in gewisser Weise in die gegenwärtige Situation der ukrainisch-russischen Spannungen hineingezogen wurden, konnten wir unseren Dienst fruchtbar durchführen und opferten diese Einschränkung im Sinne des Friedens in Osteuropa auf.

In Kaunas sangen wir ebenfalls die Heilige Messe mit einem anschließenden Konzert und es sieht so aus, daß weitere Türen für uns in Litauen aufgehen. Manche Menschen überlegen, wie man die Musik noch mehr bekannt machen kann! Vielleicht wird es im kommenden Jahr eine entsprechende Reise geben!

Inzwischen sind Marie-Elisée und ich in Jerusalem angekommen und der Rest der „Harpas“ auf dem Frauenberg. Schon sehr bald kommen die Pilger aus Ecuador!

Elija aus Jerusalem